Mobil mit der VKU-App und dem Blindenstock

Selbstständig trotz Behinderung

24.10.2019, 11:56 Uhr / Lesedauer: 1 min

Menschen, die durch eine Krankheit nicht mehr oder nur noch sehr wenig sehen können, bekommen auf ärztliche Verordnung eine Schulung. Dabei lernen sie, wie sie sich selbstständig in ihrer Alltagsumgebung bewegen und auch ohne fremde Hilfe leben können. Dazu gehört zu Beispiel, wie sie ein Getränk in ein Glas schütten oder selbst etwas kochen können.

Sie lernen auch, sich mit dem Blindenstock allein auch außerhalb ihrer Wohnung zu bewegen. Erst wenn sie diese Schulung absolviert haben, bekommen sie den Blindenstock auf Rezept.

Frank Vehlow hat zwar schon sehr lange Probleme mit den Augen. Seine Sehkraft verlor er aber erst mit Anfang 40 durch eine akute Augenerkrankung fast komplett. „Damals bin ich in ein tiefes Loch gefallen“, erinnert er sich. Er litt unter Depressionen, bis er sich entschloss, sein Leben so gut wie möglich selbst in die Hand zu nehmen.

Mittlerweile hat er keine Probleme damit, zum Beispiel mit dem Bus von seinem Wohnort Lünen nach Bergkamen zu fahren. Dabei hilft ihm eine App der VKU, die angibt wo die Busse abfahren wenn, der Bus kommt und sogar, wo er einsteigen muss – zumindest so lange es sich nicht um den Bus eines Fremdunternehmens handelt. Sein Smartphone sagt ihm die Zeit an, damit er weiß, wie spät es ist.

Auch die Bahn hat eine Mobilitätshilfe für Sehbehinderte, die ihnen relativ selbstständig das Fahren mit dem Zug ermöglicht.

Frank Vehlow engagiert sich schon seit einigen Jahren beim Blinden- und Sehbehindertenverein Kreis Unna und bietet auch Sprechstunden im Bergkamener Rathaus an.

Er trat erst vor wenigen Tagen die Nachfolge von Walter Görlitz aus Bergkamen an, der das Amt wegen Krankheit aufgab.

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