Aral-Tankstelle in Selm schließt: Was passiert mit den Mitarbeitern?

dzKreisstraße Selm

Am 14. Dezember schließt die Aral-Tankstelle an der Kreisstraße, kurz danach kommen die Abrissbagger. Wie sieht die Zukunft aus für Tankstellenbetreiber Ralf Otto und seine Mitarbeiter?

Selm

, 29.11.2019, 17:28 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Aral-Tankstelle an der Kreisstraße gehört dem Unternehmen Rüschkamp, das einige Meter am vierten Arm des Kreisverkehrs Kreisstraße/Zeche-Hermann-Wall neu bauen will: einen Schnellimbiss Burger-King, einen Wasch-Saug- und Ladepark und eine Tankstelle.

Der Betreiber der bisherigen Aral-Tankstelle ist Ralf Otto. Er hat die Tankanlage von Rüschkamp gepachtet. Der Neuanfang hinten am Kreisel hilft Otto nicht, denn die neue, noch zu bauende Tankstelle soll unter der Marke HEM betrieben werden. „Das ist wie Schalke und Dortmund“, erklärt Ralf Otto. Für eine andere Gesellschaft zu arbeiten sei nicht so einfach. Der Tankstellenbetreiber muss daher in Selm die Segel streichen, wo es die Tankstelle seit den 1990er Jahren gab.

Mitarbeiter kommen an anderen Standorten unter

„Ich bin froh, dass ich noch vier andere Tankstellen habe, sonst sähe es sehr bitter aus“, sagt Otto. Denn zumindest seine Mitarbeiter muss es dadurch nicht entlassen. Die, die das wollten, werden künftig an den anderen Standorten Ottos in Datteln, Lünen, Lüdinghausen und Münster weiterbeschäftigt.

„Ein Teil hat aber auch von sich aus aufgehört, einer ging in den Ruhestand“, sagt Otto. Doch vier Teilzeitkräfte und Aushilfen sowie zwei Auszubildende werden zu einem neuen Arbeitsplatz umziehen müssen.

Großbaustelle war für Otto der Anfang vom Ende

Natürlich werde er bemerken, dass ihm einer von fünf Standorten wegbricht, sagt Otto. „Aber das viel größere Problem als die Schließung liegt ja schon hinter uns.“ „Die Vollsperrung aufgrund der Großbaustelle Kreisstraße hat enorme Umsatzeinbußen mit sich gebracht.“ Schon da musste der 24-Stunden-Betrieb eingestellt werden, und schon da verließen einige Mitarbeiter das Team.

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Nur einer der Standorte gehört ihm komplett selbst. Die anderen drei hat er vom Eigentümer gepachtet. Eine Garantie, dass die in der Zukunft nicht auch einmal etwas anderes mit ihrem Grundstück vorhaben, gibt es nicht. Ralf Otto schaut sich daher um, ob er in der Region einen neuen Standort finden kann, den er betreiben könnte. „In Selm selbst sehe ich keine Möglichkeit“, sagt Otto.

Erleichterung bei Belegschaft

Im Team ist die Erleichterung, weiterhin einen Job zu haben, deutlich spürbar. Auch darüber, dass man unter dem Dach der Marke Aral bleiben werde. Aral ist nicht nur die größte Tankstellen-Marke in Deutschland, sie hat ihre Ursprünge auch in der Region.

Am 28. November 1898 gründeten 13 Bergbauunternehmen in Bochum die „Westdeutsche Benzol-Verkaufsvereinigung“. Aus der ging die Aral Aktiengesellschaft hervor. Die ursprüngliche Aufgabe war es, das bei der Verkoksung von Steinkohle gewonnenen Benzol zu vermarkten. Heute gehört Aral zum BP-Konzern.

In der Einleitung zu diesem Text hatten wir zunächst geschrieben, die Tankstelle schließe am 9. Dezember. Das ist falsch. Richtig ist, sie schließt morgens am 14. Dezember.

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