Von Eltern empfohlen: Diese Lüner Restaurants sind besonders familienfreundlich

dzGastronomie-Siegel

Loreen (30), Elisa (31) und Nina (25) sind Mamis, die für ihre Kleinen das Beste wollen - auch in Lokalen. Sie haben die Aktion #Kinderschmaus gestartet. In Lünen gibt es das Siegel zweimal.

Lünen

, 26.10.2018, 12:00 Uhr / Lesedauer: 3 min

Entspannt mit Kindern ausgehen - nicht immer ist das einfach. Denn nicht alle Lokale sind auf kleine Gäste eingestellt. Und wenn, dann wird dem Nachwuchs oft der Piratenteller mit Chicken Nuggets aus dem Tiefkühlfach serviert.

Von Eltern empfohlen: Diese Lüner Restaurants sind besonders familienfreundlich

Die drei Bloggerinnen Nina (v.l.), Loreen und Elisa haben die Aktion #Kinderschmaus ins Leben gerufen. Das Siegel wird bundesweit an Lokale verliehen, die besonders kinderfreundlich sind. © Oswald

Die Lünerin Loreen Eiffler, Mama von Oskar (2), und Elisa Mazur mit Lene (2) aus Hamburg betreiben das Blog Fräulein Immersatt. Sie wollen Eltern bundesweit die Suche nach kinderfreundlichen Lokalen erleichtern. Mit dabei ist auch die gebürtige Lünerin und jetzige Hamburgerin Nina Kämpf, Mama von Alma (1), mit ihrem Blog Mama Aempf. Sie haben die Aktion #Kinderschmaus gestartet. Dort können Eltern im Internet Lokale benennen und mit einem entsprechenden Sticker an der Tür auszeichnen. „Eine Empfehlung von Mami zu Mami“, sagt Loreen Eiffler.

Wo ist es kindgerecht und entspannt?

Junge Mütter kennen die Situation. Vielen ist es so gegangen wie Loreen Eiffler. „Wo kann ich mal entspannt mit Oskar einen Kaffee trinken?“, hatte sie sich gefragt. Denn Mamis brauchen mehr als übliche Gäste: Ihnen helfen Hochstuhl, Wickeltisch, Spielsachen und Platz für Kinderwagen. Natürlich auch ein Service mit Herz für Kinder. Und gesundes Essen, frisch zubereitet. „Warum werden Kinder oft mit Fertiggerichten abgespeist?“, fragt Loreen Eiffler, die als Beamtin momentan in Elternzeit ist und sich zur Ernährungsberaterin weitergebildet hat.

Ihre Idee kommt in der Mütterszene an. Sie veröffentlichte einen Brief und schrieb auf Instagram weitere Blogger an. Seitdem ist #Kinderschmaus wie ein Schneeballsystem. Viele junge Mamis machen mit, auch Lüner sind dazu aufgerufen. 25 Lokale haben inzwischen bundesweit den Sticker an der Tür. Für die Auszeichnung machen die Bloggerinnen keine Vorgaben. Mütter können selbst entscheiden, was ihnen wichtig ist.

Von Eltern empfohlen: Diese Lüner Restaurants sind besonders familienfreundlich

Mit dem #Kinderschmaus-Sticker können Mamas (und auch Papas) Restaurants auszeichnen, die für sie als besonders kinderfreundlich gelten. © Kämpf

In Lünen tragen das Kunstcafé an der Münsterstraße 24 und die Alte Kaffeerösterei an der Cappenberger Straße 51 den Sticker #Kinderschmaus. In Dortmund ist es die Soul Food Manufactory an der Kaiserstraße 54. In diesen drei Lokalen fühlt sich Loreen mit Oskar rundum gut aufgehoben. Im Kunstcafé gibt es sogar eine Kinderspielecke mit kleiner Kinderküche. „Das ist schon Luxus“, sagt Loreen. In der Kaffeerösterei finden Eltern einen „tollen Wickelplatz und eine Spielkiste.“

Eigene Spielecke im Kunstcafé

Kunstcafé-Inhaberin Sandra Fasse-Hüsing freut sich über die Auszeichnung. „Viele Kunden kommen extra wegen der Spielecke“, weiß sie. Sie hat selbst Enkelkinder und daher den Fokus auf die Bedürfnisse der Kleinen gelegt. Eine eigene Kinderkarte hält sie nicht vor, serviert auf Wunsch aber gerne warme Milch, Obstsalat mit Joghurt oder frisch gekochten Milchreis. Auch die Waffel am Stiel sei beliebt. Im hinteren Bereich des Cafés bietet sie Malen für Kinder an und die Chance, Kindergeburtstage dort zu feiern. „Dann werden die Tische auch entsprechend gedeckt.“

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Sandra Fasse-Hüsing hat für ihr Kunstcafé in der Münsterstraße den #Kinderschmaus-Sticker erhalten. © Carolin Rau

Heike Grenigloh ist Chefin der Kaffeerösterei. Sie versteht ihre Gastronomie als Familienlokal. Hier sollen sich alle Generationen wohlfühlen. „Ich finde die Aktion toll“, freut sie sich über den #Kinderschmaus-Sticker. Da sie überwiegend Frühstücksgeschäft hat, bekommen die Kleinen bei ihr geschälte Äpfel, Gurke oder Tomate. Eine eigene Kinderkarte gibt es nicht. Dafür aber Platz zum Spielen auch auf dem Hof.

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Ebenfalls #Kinderschmaus-ausgezeichnet: Die Alte Kaffeerösterei an der Cappenberger Straße. © David Reininghaus

„Nicht alle anderen in die kinderunfreundliche Ecke drängen“

Thorsten Hellwig vom Gaststättenverband Dehoga Nordrhein sagt, wenn Betriebe die Auszeichnung ohne bürokratischen Aufwand erhalten können und für sich als Marketinginstrument nutzen wollten, sei das vollkommen in Ordnung. „Das darf nur nicht bedeuten, dass Gastronomie ohne Sticker in die kinderunfreundliche Ecke gedrängt wird.“ Angesprochen auf das Beispiel von Rügen, wo in einem Restaurant abends keine Kinder mehr erwünscht sind, sagt Hellwig: „Da werden Einzelfälle hochstilisiert.“ Ihm sei von den 44.000 Gastronomie-Betrieben in NRW keiner bekannt, der Kinder ablehne. „Aber eine Gaststätte ist immer ein sozialer Raum, der nur mit wechselseitiger Rücksicht funktioniert.“

Die Dehoga habe eigene Hinweise herausgegeben, worauf zu achten ist, wenn ein Lokal kinderfreundlich sein möchte. Hellwig weist aber auch darauf hin, dass eine solche Spezialisierung nicht unbedingt nötig sei. „Ich erwarte nicht von jedem Gastronom, beispielsweise einem Sternerestaurant, dass er sich auf Kinder ausrichtet.“ Als Vater von drei Kindern kenne er auch die Situation, dass er abends mit seiner Frau mal in Ruhe Essen gehen möchte. Er betont: „Die Vielschichtigkeit macht die Gastronomielandschaft spannend. Jeder Gast kann für sich und seine Situation das Passende auswählen.“

Loreen für ist zuckerfreie Ernährung

Loreen Eiffler hat ganz klar den Fokus auf Kinder gerichtet. Gerade aus eigener Erfahrung weiß sie, wie wichtig das Thema Ernährung ist: „Mit 13 wog ich 94 Kilo. Durch Fitness und gesunde Kost habe ich in einem Jahr 35 Kilo abgenommen.“

Bei ihrem Sohn Oskar achtet sie auf zuckerarme und frische Produkte. Das alles thematisiert sie auch als Bloggerin, in dem sie als Fräulein Immersatt über „zuckerfreies Leben leicht gemacht für Familien“ informiert. Dabei ist ihr wichtig, das Naschen nicht komplett zu verbieten, sondern als Besonderheit anzusehen. „Für junge Familien ist das in unserer Gesellschaft schwer, da überall Süßigkeiten zur Verfügung stehen.“

Einen Blick auf gesunde Kinderernährung wünscht sie sich auch von der Gastronomie und will mit der Aktion #Kinderschmaus Betriebe ermutigen, ihre Bestes zu geben. „Denn nicht nur für uns sollten unsere Kinder das Wichtigste sein.“

  • Loreen Eiffler und Elisa Mazur sind per E-Mail erreichbar: fraulein-immersatt@web.de
  • Über sie ist auch der Sticker „Dein #Kinderschmaus“ erhältlich.
  • Der Blog Fräulein Immersatt wurde im Dezember 2017 gestartet. Seitdem gibt es dort Rezepte für ein zuckerfreies Leben, eine Rubrik über zuckerhaltige Produkte und einen Foodblog.
  • Fräulein Immersatt hat derzeit 4780 Follower.
  • www.fraeulein-immersatt.de, www.mamaaempf.com
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