Mit Auto in Bordell gerast: Angeklagter suchte Freundin

dpa/lnw Essen. Ein Autofahrer ist sauer und rast in den gläsernen Vorbau eines Bordells. Jetzt steht er vor Gericht.

Essen

12.11.2018, 16:09 Uhr / Lesedauer: 1 min
Mit Auto in Bordell gerast: Angeklagter suchte Freundin

Das Gebäude, in dem Landgericht, Amtsgericht und Arbeitsgericht Essen untergebracht sind. Foto: Bernd Thissen/Archiv

Weil er mit seinem Auto in ein Essener Bordell gerast ist, muss sich ein 24-jähriger Mann seit Montag vor dem Essener Schwurgericht verantworten. Durch die Tat vom 22. Mai 2018 war der gläserne Vorbau des Hauses im Essener Rotlichtviertel komplett zerstört worden. Eine der Prostituierten wurde eine Treppe hinuntergedrückt und erlitt einen komplizierten Beinbruch. Nach eigenen Angaben hatte der aus Rumänien stammende Angeklagte in dem Bordell seine Freundin gesucht, die dort seit einer Woche arbeitete. Statt sich wie üblich von ihm abholen zu lassen, hatte sich die Frau offenbar heimlich abgesetzt.

Der Angeklagte hatte nach eigenen Angaben mehrere Stunden lang vergeblich versucht, den neuen Aufenthaltsort seiner Lebensgefährtin herauszubekommen. Die anderen Prostituierten hätten ihm jedoch keine zufriedenstellende Antwort gegeben. „Er war verliebt“, hieß es in einer von seinem Verteidiger verlesenen Erklärung. Am Ende habe jedoch die Wut überhand genommen.

Der 24-Jährige habe aber niemanden verletzen oder töten wollen. Genau das sieht die Staatsanwaltschaft jedoch anders. Die Anklage lautet auf versuchten Totschlag. Das Urteil soll voraussichtlich Mitte Dezember gesprochen werden.

Weitere Meldungen
Meistgelesen