Ministerium meldet: Kein Lehrermangel an Schwerter Schulen

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Die Schwerter Schulen sind mit Lehrern recht gut versorgt - auch wenn die Personalausstattungsquote nicht immer 100 Prozent erreicht. Manchmal liegt sie aber auch drüber.

Schwerte

, 29.11.2018, 05:48 Uhr / Lesedauer: 2 min

Nur die Hälfte der Schwerter Schulen kann ihren Bedarf an Lehrerstellen zu 100 Prozent oder mehr decken. Und in den nächsten zehn Jahren werden in Nordrhein-Westfalen voraussichtlich über 78.000 Lehrerstellen neu zu besetzen sein, in den nächsten 20 annähernd 140.000. Die Landesregierung will mit diversen Maßnahmenpaketen gegensteuern.

Der SPD-Landtagsabgeordnete Hartmut Ganzke hatte im September eine Kleine Anfrage zu Lehrerstellenbedarf und Stellenversorgung in Unna, Schwere, Holzwickede und Fröndenberg gestellt. Der Abgeordnete wollte unter anderem wissen, wie es aktuell um die Lehrerversorgung steht, wie viele unbefristete Neueinstellungen es im Schuljahr 2017/2018 gab und wie viele Seiteneinsteiger in den Schulen eingesetzt werden.

Statistik ist nur eine Momentaufnahme

Auf der Grundlage der Daten von 27. September 2018, die durchaus eine Momentaufnahme darstellen und sich längst schon wieder verändert haben können, teilt das Ministerium für Schwerte folgende Versorgungsquoten mit:

  • Friedrich-Kayser-Schule 95,7 Prozent
  • Lenningskampschule 105,7 Prozent
  • Heideschule 98,5 Prozent
  • Grundschule Ergste 108,1 Prozent
  • Grundschule Villigst 93,5 Prozent
  • Reichshofschule 101,9 Prozent
  • Albert-Schweitzer-Schule 116,6 Prozent
  • Realschule am Bohlgarten 127,8 Prozent
  • Realschule am Stadtpark 101,3 Prozent
  • Gesamtschule Gänsewinkel 102,2 Prozent
  • Theodor-Fleitmann-Gesamtschule 94,7 Prozent
  • Friedrich-Bährens-Gymnasium 96,1 Prozent
  • Ruhrtal-Gymnasium 97,9 Prozent.

Das Ministerium weist in seiner Antwort vorsorglich darauf hin, dass „eine gegenüber dem sich rechnerisch ergebenden Stellenbedarf zu geringe Personalausstattung an einzelnen Schulen nicht automatisch bedeutet, dass der Unterrichtsbedarf dieser Schule nicht gedeckt werden kann.“ Auf der anderen Seite bedeute eine rechnerisch zu hohe Personalausstattung an einzelnen Schulen nicht automatisch eine Überversorgung dieser Schule.

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Zahlen sind stets in Bewegung

Und überhaupt: Die Zahlen sind stets im Fluss. Pensionierungen, Beginn oder Ende von Erziehungsurlauben und Elternzeit, Beurlaubungen oder Veränderungen des Stundenumfanges seien in der stichtagsbezogenen Abfrage nicht berücksichtigt, teilt das Ministerium mit. So hat zum Beispiel die Theodor-Fleitmann-Gesamtschule seit dem 27. September schon weitere Lehrkräfte einstellen können. Wie Schulleiterin Eva Brinkhoff auf Anfrage mitteilt, sind dort inzwischen bereits mehr Lehrer im Einsatz als im September.

Und auch die Friedrich-Kayser-Schule hat seit dem September-Stichtag, so teilt Schulrätin Christine Raunser auf Anfrage mit, „zugelegt“ und inzwischen eine Quote von 104 Prozent. Die Vertreterin der Schulaufsicht ist insgesamt sehr zufrieden mit der Lehrerversorgung an den Schwerter Grundschulen: „Im Landesvergleich stehen Schwerte und der Kreis Unna sehr gut da.“

An allen Grundschulen sei die Versorgung mit ausgebildeten Grundschul-Lehrern als Klassenleitung gewährleistet. Bei längerfristigen Ausfällen von Pädagogen ist es den Schulen erlaubt, befristete Neueinstellungen vorzunehmen. „Da bewerben sich oftmals Master-Studenten als Vertretung“, berichtet Christine Raunser, weil nicht immer genügend fertige Lehrer auf Stellensuche seien.

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Lehramtsstudenten wollen ans Gymnasium

Dass es zunehmend schwierig wird, freie Lehrerstellen zu besetzen, weiß man auch im Ministerium: Während an Gymnasien und Gesamtschulen in den kommenden zehn Jahren ein Überhang von Universitätsabsolventen erwartet wird, werden Lehrer an der Sekundarstufe I fehlen.

Eva Brinkhoff von der Fleitmann-Gesamtschule vermutet, dass das auch mit den Besoldungs-Unterschieden zu tun hat – Gymnasiallehrer verdienen halt besser. Sek II-Lehrer, die keine Stelle finden und in den Sek I-Bereich wechseln wollen, können sich nachqualifizieren lassen. Eva Brinkhoff: „Diese Fortbildung dauert in der Regel einen Tag.“ Beseitigt aber keineswegs das Ungleichgewicht in der Besoldung.

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