Mindestens 22 Tote und fast 1000 Verletzte bei Erdbeben in Osttürkei

Naturkatastrophe

Am Freitagabend ereignete sich ein starkes Erdbeben im Osten der Türkei. Zahlreiche Gebäude stürzten ein und es gibt mindestens 22 Tote. Nach zahlreichen Vermissten wird noch gesucht.

Ankara

25.01.2020, 12:05 Uhr / Lesedauer: 2 min
Mindestens 22 Tote und fast 1000 Verletzte bei Erdbeben in Osttürkei

Rettungskräfte suchen bei einem eingestürzten Gebäude nach verschütteten Opfern eines Erdbebens. © Uncredited/DHA/dpa

Bei einem schweren Erdbeben sind im Osten der Türkei mindestens 22 Menschen getötet und Hunderte verletzt worden. Das teilte Innenminister Süleyman Soylu am Samstagmorgen mit. Das Beben hatte nach Angaben der Katastrophenschutzbehörde Afad die Stärke 6,8. Es sei von rund 400 Nachbeben gefolgt worden, eines habe die Stärke 5,1 erreicht, sagte Soylu weiter.

Mehr als 1000 Menschen in Behandlung

Mehrere Gebäude stürzten ein. Behörden gingen davon aus, dass noch immer 22 Menschen von den Trümmern verschüttet seien, so Soylu. Insgesamt seien 382 Menschen in Krankenhäusern behandelt worden, 34 von ihnen auf Intensivstationen, sagte Gesundheitsminister Fahrettin Koca. Zuvor hatte die Katastrophenschutzbehörde Afad berichtet, mehr als 1000 Menschen hätten nach dem Beben Krankenhäuser aufgesucht.

Bisher seien 39 Verschüttete gerettet worden, sagte Soylu. Nach Angaben des TV-Senders CNN Türk sind mindestens zwei Kinder darunter. Wie der Staatssender TRT berichtete, konnte auch eine Schwangere lebend befreit werden.

Das Erdbeben hatte sein Zentrum in der Provinz Elazig im Bezirk Sivrice und ereignete sich gegen 21 Uhr Ortszeit. Offiziellen Angaben zufolge kamen 18 Menschen in Elazig ums Leben, 4 in der Provinz Malatya.

„Meine Gebete sind mit allen, die von dem Erdbeben betroffen sind“

Präsident Recep Tayyip Erdogan sagte laut der staatlichen Nachrichtenagentur Anadolu, es würden alle Maßnahmen getroffen, um die Sicherheit der Menschen zu gewährleisten. In einem Tweet wünschte er den Verletzten schnelle Heilung und den Toten die Gnade Gottes.

Aus dem Verteidigungsministerium hieß es, es seien Krisenstellen eingerichtet worden, um Such- und Rettungsmissionen zu unterstützen. Das Militär ließ mitteilen, es stehe bereit, falls seine Hilfe benötigt werde. Die Katastrophenschutzbehörde meldete, sie habe Hunderte Helfer sowie Zelte, Betten und Decken in die Region geschickt.

Anteilnahme in sozialen Medien

In sozialen Medien äußerten sich viele Menschen bestürzt, darunter der EU-Außenbeauftragte Josep Borrell und der türkischstämmige Fußballer Mesut Özil. „Meine Gebete sind mit allen, die von dem Erdbeben in der Türkei betroffen sind“, schrieb der deutsche Ex-Nationalspieler auf Twitter. Borrell sprach dem türkischen Volk seine Solidarität und den Angehörigen der Opfer sein Mitgefühl aus.

Die Türkei ist besonders erdbebengefährdet. Eines der tödlichsten Beben war eines der Stärke 7,6 im Jahr 1999 mit Epizentrum in Gölcük südöstlich von Istanbul. Damals gab es Zehntausende Verletzte und Tote.

RND/dpa

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