Mindestens 127 Tote bei Novemberpogrom im heutigem NRW

Dem Novemberpogrom der Nazis gegen Juden vor 80 Jahren sind allein auf dem Gebiet des heutigen Nordrhein-Westfalen mindestens 127 Menschen zum Opfer gefallen. Das hat ein Historiker-Team ermittelt und am Montag bekanntgegeben. Das Team übergab der Landesregierung einen 205 Seiten starken Abschlussbericht.

05.11.2018, 17:09 Uhr / Lesedauer: 1 min
Mindestens 127 Tote bei Novemberpogrom im heutigem NRW

Auf dem jüdischen Friedhof in Erfurt liegt feuchtes Herbstlaub auf einem Grab mit dem Davidstern. Foto: Martin Schutt/Archiv

Für das gesamte Gebiet des Deutschen Reichs hatte das NS-Regime damals 91 Morde vermerkt. Diese Zahl ist heute noch in aktuellen Schulbüchern zu finden. Inzwischen wird die Zahl der Toten auf 1000 bis 1500 geschätzt.

„Einige Schulbücher sollten wirklich umgeschrieben werden“, sagte der Leiter der Mahn- und Gedenkstätte für die Opfer des Nationalsozialismus in Düsseldorf, Bastian Fleermann. Am 9. November 1938 seien weit mehr als nur ein paar Fensterscheiben zu Bruch gegangen.

Menschen seien in Flüsse getrieben, erschossen und erstochen worden. Allein aus der Ruhr seien in den Folgetagen mehrere Leichen geborgen worden. In Düsseldorf habe der damalige Oberbürgermeister Helmut Otto (NSDAP) persönlich Benzin für die Brandstiftungen besorgt.

Am kommenden Freitag jährt sich der Novemberpogrom von 1938 zum 80. Mal. Die Nacht markiert den Übergang von der Diskriminierung der Juden zu ihrer systematischen Verfolgung.

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