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Melina Bast nahm mit Erfolg an den Weltmeisterschaften im Downhill teil. Ein Sturz verhinderte eine noch bessere Platzierung als Rang drei.

Fröndenberg

, 10.08.2018 / Lesedauer: 3 min

Melina Bast aus Fröndenberg ist 12 Jahre alt und gehört zu den besten Nachwuchs- Downhillerinnen Deutschlands. Mountainbike Downhill ist Extremsport und eine Disziplin im Mountainbikesport, in der es darum geht, auf einer abgesteckten Strecke möglichst schnell vom Start oben auf dem Berg nach unten uns Ziel zu kommen. Schwierig wird das Ganze durch die vielfältigen und hoch anspruchsvollen Geländeformationen. Es geht über Wurzelfelder, steile Passagen, die kaum zu Fuß abgehbar sind, große Sprünge, wilde Anliegerkombinationen und knifflige Steinpassagen. Das ganze so schnell wie möglich (die Fahrzeiten liegen zwischen drei und vier Minuten), denn die Zeit läuft mit und im Ziel entscheiden oft Zehntel oder gar Hundertstelsekunden über Sieg oder Niederlage.

Die Sportart ist mental wie körperlich sehr anstrengend und durch die hohe Geschwindigkeit in rauem Gelände auch nicht ungefährlich. Auch aus diesen Gründen sind Frauen im Downhill seltener vertreten als Männer.

Melina Bast, Spitzname „Mena“, fährt schon ihr ganzes Leben mit zu Downhill Rennen ihres Vaters, Markus Bast. Der ist bereits 5-facher Deutscher Meister und seit 25 Jahren aktiver Rennfahrer. Auch Mutter Marion fuhr früher erfolgreich Rennen und lässt selbst heute noch nichts aus, wenn die Familie gemeinsam im Bikepark heizen geht.

Mit 12 Jahren fährt Melina jetzt ihre erste Saison in den Rennserien NRW Gravity-Cup und IXS Rookies Cup, die aus Rennläufen in ganz Deutschland und Europa bestehen. Der Rookies Cup ist nur für den Nachwuchs gedacht, da in den anderen Rennserien erst eine Teilnahme ab 17 Jahren erlaubt ist. „Mena“ startet für das professionelle Propain Gravity Kids Team, das sich zur Aufgabe gemacht hat, talentierten Nachwuchs zu fördern und mit top Material zu sponsern.

In Serfaus/ Österreich fand nun die inoffizielle Weltmeisterschaft der Nachwuchsfahrer, die Rookies Championships, statt. Fahrer aus über 40 Nationen versammelten sich in dem bekannten Wintersport- Ort, der im Sommer einen der größten Bikeparks Europas betreibt.

Melina Bast holt WM-Bronze

Melina Bast (re.) stand als Dritte auf dem Podium. © ptivat

Die Qualifikationen fanden am Samstag statt und „Mena“ sicherte sich mit einem guten Lauf den zweiten Platz. Am nächsten Tag war noch einmal Training angesagt, um die Strecke noch besser kennenzulernen und vielleicht noch die ein oder andere Sekunde durch Optimierung der Fahrlinie „findet“.

Leider stürzte Melina Bast bei ihrer letzten Abfahrt und erlitt trotz Protektoren eine tiefe Schürfwunde im linken Knie. Das ist mit das Schlimmste, was einem Rennfahrer kurz vor dem entscheidenden Lauf passieren kann. „Es ist schwierig, mental den Sturz aus dem Kopf zu bekommen. Hinzu kommen die Schmerzen, die nicht dazu beitragen, dass man an seinem Limit fahren kann“, erklärt Markus Bast. Aber Melina war stark und versuchte, den Sturz psychisch wie physisch so gut es ging zu ignorieren. Also ging es zwei Stunden nach dem Sturz in die Gondel, die die Rennfahrer an den Start bringt. Vor Melina hatte eine zwei Jahre ältere Bulgarin die schnellste Zeit in der Quali gefahren, aber auch hinter ihr waren zwei Italienerinnen ihr dicht auf den Fersen. Aslo musste sie Alles geben, um die Chance auf ein Podiumsplatz zu behalten!

Sie beendete das Rennen zwar ohne weiteren Sturz, blieb aber weit hinter ihrer Qualifikationszeit zurück und rutschte auf Platz zwei. Aber die schnellste Fahrerin des Vortages stand noch am Start und so war zittern angesagt. Auf einer großen Videoleinwand, auf der man den ganzen Rennlauf der Fahrer beobachten konnte und der auch live im Internet übertragen wurde, war die Bulgarin zu sehen, die dem Ziel entgegen schoss. Sie verbesserte ihre Zeit und schob sich somit auf Platz eins.

Melina Bast war aber dennoch zufrieden: Sie stand bei ihrer ersten Weltmeisterschaft als Dritte auf dem Podium. Die Fröndenbergerin gilt als große Hoffnungsträgerin im weiblichen Nachwuchs des Mountainbike Downhill Sports.

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