Mehrere Tote nach Schüssen in Klinik in Tschechien - Verdächtiger erschießt sich selbst

Attentat in Notaufnahme

Dramatische Szenen in einem Krankenhaus der tschechischen Industriestadt Ostrava. Ein Schütze tötet dort mehrere Menschen und erschießt sich anschließend selbst.

Ostrava

10.12.2019, 11:55 Uhr / Lesedauer: 2 min
Mehrere Tote nach Schüssen in Klinik in Tschechien - Verdächtiger erschießt sich selbst

Pflegekräfte stehen nach der Tat zusammen mit Polizisten auf dem Gelände des Uniklinikums. © dpa

Nach einem tödlichen Angriff in einem Krankenhaus in Ostrava hat die Polizei den mutmaßlichen Schützen gefunden. Er habe sich während des Zugriffs in den Kopf geschossen, teilte die Polizei auf Twitter mit. Es handle sich um einen 42-jährigen Mann. Innenminister Jan Hamacek sagte im Fernsehen, der Verdächtige sei tot.

Insgesamt waren bei dem Angriff sieben Menschen ums Leben gekommen - darunter der Angreifer. Das bestätigten am Dienstag Ministerpräsident Andrej Babis im öffentlich-rechtlichen Fernsehen CT und die Polizei.

Der Regierungschef sprach von einer „großen Tragödie“. Der Schütze habe in einem Warteraum der Universitätsklinik das Feuer auf Patienten eröffnet und „aus nächster Nähe auf den Kopf oder Hals“ seiner Opfer gezielt. Die drittgrößte Stadt Tschechiens befand sich während der Fahndungsaktion im Ausnahmezustand.

Motiv völlig unklar

Unter den Toten waren nach Angaben der Universitätsklinik vier Männer und zwei Frauen. Zwei weitere Personen wurden demnach schwer verletzt und notoperiert. Die Hintergründe der Gewalttat blieben zunächst unklar.

„Wir wissen nicht, was die Motive dieses Menschen waren“, sagte Regierungschef Babis. Er gehe davon aus, dass es die Tat eines möglicherweise psychisch kranken Einzeltäters gewesen sei - und dass keine allgemeine Bedrohungslage in Tschechien vorliege. Nach Angaben der Klinik handelt es sich bei den Opfern um Patienten der Erstversorgungsambulanz der Traumatologie.

Der rund 1,80 Meter große Schütze soll nach Angaben der Polizei eine rot-schwarze Jacke getragen haben. Die Behörden veröffentlichten ein Fahndungsfoto und mahnten die Öffentlichkeit zur Vorsicht. Auch die Polizei konnte zunächst keine Angaben zum Hintergrund der Gewalttat im Universitätsklinikum von Ostrava machen.

Krisenstab eingerichtet

Tschechiens Innenminister Jan Hamacek hatte der Agentur CTK zunächst nur bestätigt, dass es mehrere Tote gegeben habe. Die Polizei sei mit zahlreichen Beamten und einem Sondereinsatzkommando vor Ort, auch ein Hubschrauber sei im Einsatz. Hamacek und Regierungschef Babis sagten alle Termine ab und machten sich auf den Weg nach Ostrava.

Augenzeugen berichteten Medien, dass sie Schüsse aus dem Bereich der Notaufnahme gehört hätten. Mitarbeiter der Klinik wurden angewiesen, ihre Abteilungen nicht zu verlassen. „Wir sind alle nervös“, sagte eine Medizinerin der Agentur CTK. Das Krankenhaus war geschlossen, es wurden keine neuen Patienten aufgenommen. Auch das angrenzende Universitätsgelände wurde abgeriegelt. Die Verwaltungsregion Mährisch-Schlesien setzte einen Krisenstab ein.

Ostrava ist mit rund 290 000 Einwohnern die drittgrößte Stadt Tschechiens und Verwaltungszentrum der mährisch-schlesischen Region. Die Stadt liegt an der Nordostgrenze Tschechiens, zehn Kilometer südwestlich von Polen und 50 Kilometer nordnordwestlich der Grenze zur Slowakei.

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