Mehr als nur Sightseeing: Schüler aus Selm und Workington zeigen ihren Alltag

Rotary-Jugendaustausch

Wie ist der Schulalltag in England? Welche industrielle Vergangenheit teilen Selm und Workington? Antworten darauf haben fünf Neuntklässler beim ersten Rotary-Jugendaustausch gefunden.

Selm

14.12.2018, 10:29 Uhr / Lesedauer: 2 min
Mehr als nur Sightseeing: Schüler aus Selm und Workington zeigen ihren Alltag

Auch landschaftlich hat Workington am sogenannten Lake District viel zu bieten, wie die Jugendlichen aus Selm erfuhren. © Foto: Rotary Club

Jungen Menschen positive Erfahrungen im europäischen Ausland zu ermöglichen und fremdsprachliche Kompetenzen zu fördern: Das ist ein Ziel von Rotariern weltweit, also Mitgliedern der international verbreiteten Service-Clubs. Auch die Rotary-Clubs Selm Kaiser Barbarossa und Workington verfolgen es. Das hatte im ausgehende Jahr 2018 ganz praktische Folgen und wird sich 2019 fortsetzen.

Bereits vor zwei Jahren entstand im Rotary-Club Kaiser Barbarossa Selm die Idee, durch eine zusätzliche Spendenaktion – das „Löffelmahl“ – Gelder zu sammeln, um Jugendlichen aus beiden Ländern Auslandsaufenthalte in den jeweiligen Partnerstädten zu ermöglichen. 2018 haben die Clubs die Idee in die Tat umgesetzt.

Da auch das Städtische Gymnasium Selm als Europaschule dem europäischen Gedanken in besonderer Weise verpflichtet ist, wurde hier das Angebot, Schülerinnen und Schülern mit den gesammelten Spendengeldern einen weiteren Auslandsaufenthalt zu ermöglichen, sehr dankbar aufgenommen. Die Rotarier haben für fünf Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufe 9 Gastfamilien in Workington gefunden, bei denen sie eine Woche lang eine abwechslungsreiche, interessante und lehrreiche Zeit verlebten.

Fünf Selmer Gymnasiasten machten den Anfang

Chantal Rettinghaus, Frieda Fohrmann, Sebesan Sathananthan, Sofia Karapidou und Piotr Rzeszotarski haben jetzt rückblickend einen gemeinsamen Bericht über ihre Erfahrungen geschrieben. „Begleitet wurden wir von unserem Geschichtslehrer Detlev Arndt. In Workington wurden wir in der St. Joseph’s Catholic High School von unseren Austauschschülern und Mitgliedern des Rotary Clubs empfangen. Während unserer Woche haben wir vormittags die Schule besucht und uns den Unterricht angeschaut.“ Dabei fielen ihnen große Unterschiede im Schulsystem auf.

„Der Schultag begann um 8.55 Uhr mit einer Versammlung der Schüler mit ihren Klassenlehrern in den Unterrichtsräumen der Lehrer“, schreiben die Schüler weiter: „Meist wurde Organisatorisches geklärt und eine Textstelle aus der Bibel vorgelesen. Anders als bei uns, ist jedes Klassenzimmer der Schule mit einem Whiteboard und Computern ausgestattet.

Diese Materialien werden aber nur vom Lehrer benutzt. Zudem tragen die Schüler in England Uniformen und nur die Abschlussnoten bestimmen die Endnoten. Die Beteiligung am Unterricht hat fast keinen Einfluss.´Der Unterricht der dortigen 10. Klasse ähnelte dann jedoch sehr dem Unterricht in unserer Oberstufe. Die Schüler mussten selbstständig dafür sorgen, Materialien zu organisieren und relevante Informationen zu lernen. Da sie aber kurz vor den Prüfungen standen, bekamen sie auch viel Unterstützung von den Lehrern. Es schien so, als ob viele der Schüler früh erwachsen werden müssten.“

Abschied vom Bergbau mal zwei

Auch Freizeitaktivitäten kamen nicht zu kurz während der Reise: „Zum Beispiel haben wir bereits am ersten Tag nach unserer Ankunft im Helena Thompson-Museum erfahren, dass der Bergbau in der Region lange eine wichtige Rolle spielte.“ Die Ära des Kohlebergbaus in Großbritannien ist aber inzwischen zu Ende. Die letzte Lore Kohle wurde Ende 2015 aus einer Mine in West Yorkshire befördert. In Selm war schon 1926 Schluss mit dem Bergbau. 2018 wird als Jahr, als sich Deutschland aus dem Steinkohlebergbau verabschiedete, n die Geschichte eingehen.

Für die fünf Selmer Gymnasiasten und ihre neuen Freunde aus Workington wird 2019 ist ein Jahr des Wiedersehens. Dann besuchen englische Jugendlichen zum ersten Mal im Zuge des neuen Rotary-Austauschprogramms Selm.

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