An vielen Sträuchern – zum Beispiel am Rande des Cappenberger Waldes – sind gerade die Brombeeren reif. Wir haben gefragt, was beim Pflücken zu beachten ist und leckere Rezepte mitgebracht.

Selm

, 13.08.2018 / Lesedauer: 4 min

Die Brombeeren sind reif! Welche mythischen Geschichten sich um die dunkle Frucht ranken, ob man die wild wachsenden Beeren pflücken darf und was man aus ihnen machen kann, klären wir in Fragen und Antworten.

Wann hat die Brombeere eigentlich Saison?

Laut dem Saisonkalender der Verbraucherkampagne „Deutschland – Mein Garten“ den man kostenlos über die Homepage herunterladen kann, haben Brombeeren im Juli, August und September Hauptsaison. Auch im Oktober gibt es vereinzelt noch welche. Im Moment sollten sich also einige Brombeeren – im Garten oder wild wachsend – finden lassen. Wobei: „Dieses Jahr sind die Beeren eher reif, genauso wie die Trauben. Zu beobachten ist auch, dass Wespen und Ameisen intensiver an diese Früchte gehen und den Saft aussaugen“, erklärt Claudia Backenecker, die bei ihren Kräuterführungen – unter anderem im Cappenberger Wald – viel in der Natur unterwegs ist. Grund für die frühe Reife seien die heißen Temperaturen und die Trockenheit. Obwohl die Brombeere eigentlich sehr robust sei. Sie gehört zur Familie der Rosengewächse.

Wo wachsen wilde Brombeeren denn gerne?

Das weiß Peter Driesch von der Naturschutzbehörde des Kreises Unna. In lichten Wäldern oder am Waldrand fühle sich die Pflanze wohl, sagt er. Nun hat der Waldbesitzer in seinem Wald natürlich das alleinige Verfügungs- und Aneignungsrecht. Außerdem, das erklärt auch Peter Driesch, ist es laut Bundesnaturschutzgesetz grundsätzlich verboten, wild wachsende Pflanzen einfach zu entnehmen. Es gibt allerdings eine Ausnahme.

Wie sieht diese Ausnahme aus?

Die Ausnahme, die ebenfalls im Naturschutzgesetz niedergeschrieben ist, trägt den schönen Namen „Handstraußregelung“. „Für den Hausgebrauch darf man sich an Stellen, die öffentlich zugänglich sind, also ein Eimerchen Brombeeren pflücken“, erklärt Peter Driesch. Nicht gilt diese Regelung aber an Stellen, die man nicht betreten darf.

Was sollte man beim Pflücken beachten?

Dass man sich nicht kratzt oder von Wespen gestochen wird, sei zu beachten, sagt Peter Driesch. Claudia Backenecker sagt außerdem: „Beim Pflücken nur die etwas weicheren Beeren nehmen, da diese am süßesten sind. Unreife noch hängen lassen.“

Wie steht es um die Geschichte der Pflanze, ist da etwas zu bekannt?

Das weiß natürlich Claudia Backenecker, die sich auch „Kräuterhexe Alessia“ nennt. „Der Name der Brombeeren stammt von dem altdeutschen Wort ,brama‘ und heißt Dornenstrauch“, so Backenecker. Antike Ärzte nannten die Pflanze ,Das Blut der Titanen‘“, erklärt sie. Zum Hintergrund: In der griechischen Mythologie haben die Titanen – ein mächtiges Göttergeschlecht aus Riesen in Menschengestalt – erbittert gegen den Gott Zeus um die Herrschaft im Olymp gekämpft. und dabei, dem Mythos nach, viel Blut vergossen, für das die Brombeeren mit ihrem dunklen Saft Symbol.

Sie einfach zu naschen ist natürlich eine gute Art, die geernteten Brombeeren zu verwerten. Was gibt es da noch für Ideen?

Die Beeren sind lecker, aber: „Auch die Blätter sind nicht ohne. Aus ihnen kann man Tee herstellen: einfach abpflücken und mit kochendem Wasser aufgießen oder fermentieren“, so Claudia Backenecker. Und weiter: „Brombeeren sind eine Vitamin-C-Bombe, auch Kalium, Kalzium, Magnesium, Eisen und Mineralien sind enthalten.“ Laut Dioscurides (dem berühmtestens Pharmakologen des Altertums, Anmerkung der Red.) haben sie eine blutreinigende Wirkung, wirken bei Hautentzündungen und Hämorrhoiden.“ Auch zwei Rezepte hat die „Kräuterhexe“ mitgeschickt.

Zwei leckere und erfrischende Rezepte mit Brombeeren:

Die Rezepte mit Video:

Erfrischung aus Joghurt und Beeren:

  • Zutaten: 250 Gramm Brombeeren, zwei Eier, 80 Gramm Puderzucker, 150 Gramm Naturjoghurt
  • Brombeeren und zwei Esslöffel Puderzucker mit dem Mixstab pürieren. Die Eier und den restlichen Puderzucker mit dem Mixer cremig aufschlagen. Nach und nach das Beerenmus und den Joghurt unterrühren. Die Masse in die Eisförmchen füllen, die Förmchen verschließen und das Eis im Gefrierfach mindestens sechs Stunden gefrieren lassen.

Drink mit Mate und Brombeeren

  • Einen Liter Wasser aufkochen und auf zwei Esslöffel Matetee aufgießen. Fünf bis acht Minuten ziehen lassen und absieben.
  • Honig oder Agarvendicksaft einrühren.
  • Eine Zitrone oder Limette heiß abwaschen, klein schneiden und mit 200 Gramm Brombeeren zum Tee geben.
  • Vor dem Servieren mit kaltem Mineralwasser oder mit Sekt auffüllen.
Mehr Infos Weitere Infos zu den Kräutertouren gibt es unter: wildkraeuter-alessia.de
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