Marvin Müller bringt Erwachsene zum Weinen beim Halloween Horror Fest

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Seit drei Jahren treibt Marvin Müller sein Unwesen beim Halloween Horror Fest im Movie Park. Viele wollen sich gruseln, sind dann aber nicht darauf vorbereitet, wie schlimm es wirklich ist.

Werne

, 30.10.2018, 05:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Marvin Müller hat schon Erwachsene zum Weinen gebracht. „Das kommt vor“, sagt der 25-Jährige, der eigentlich als Pinocchio oder Kasper in der Werner Freilichtbühne zu sehen ist. „Dort ist es das Schönste, wenn die Kinder einen mit großen Augen anschauen und sich gar nicht vorstellen können, dass in dem Kostüm ein normaler Mensch steckt“, erzählt er. Da sprüht die Fantasie der Kinder, da ist Müller eben nicht Marvin, sondern der Junge aus Holz.

So gar nicht „schön und hübsch“

Die Leute hingegen, die er beim Halloween Horror Fest im Movie Park Germany erschreckt, wissen, dass vor ihnen kein grausiger Pirat steht, sondern ein ganz normaler Typ im Kostüm. Sie wissen das – erwachsene Frauen, gestandene Männer. Und doch rennen sie kreischend weg, sinken sie in sich zusammen, wenn die Monster in den Wochen vor und an Halloween ab 18 Uhr durch den Freizeitpark rennen.

„Das ist dann so ganz anders als die Freilichtbühne“, sagt der gebürtige Werner, den es nach Jahren in Bergkamen-Overberge vor Kurzem wieder zurückverschlagen hat in seine Heimatstadt. „Die Freilichtbühne ist schön und hübsch – das Horror Fest ist nicht schön und hübsch.“

Im Gegenteil: Es ist für viele Besucher eine Tortur – bloß weg von den grausigen Kreaturen, die der Park Jahr für Jahr engagiert, um die Leute zu erschrecken. Viele wollen sich ja gruseln, sind dann aber doch überrascht, wie schlimm es wirklich ist.

Kinder erschrecken? Verboten!

Geht Marvin Müller in der Freilichtbühne bewusst auf die Kinder zu, um ihnen ein schönes Erlebnis zu bereiten, lässt er es im Movie Park Germany bewusst sein. Mehr noch: Es ist die Regel. Kinder werden nicht erschreckt. Ohnehin wird Eltern geraten, mit dem Nachwuchs nach 18 Uhr besser nicht mehr im Park zu bleiben. Zu schaurig ist dann das Treiben zwischen den Fahrgeschäften und Imbissbuden.

Marvin Müller bringt Erwachsene zum Weinen beim Halloween Horror Fest

Zwei Stunden braucht Marvin Müller für das Make-up. © Heike Vondracek

Vor drei Jahren nahm Marvin Müller erstmals am Casting teil, fuhr nach Bottrop, um den „Job als Monster“ zu ergattern. „Ich hatte das bis dahin immer nur aus der Besucherperspektive gesehen“, erzählt der 25-Jährige. „Ich wollte wissen, wie es wohl auf der anderen Seite ist.“ Er bekam den Job und geistert seitdem einmal im Jahr für mehrere Tage über das Gelände in Bottrop-Kirchhellen.

Zwei Stunden benötigt er aktuell für sein Make-up des schaurigen Seeräubers; eine Stunde, um sich wieder abzuschminken – ein Irrsinnsaufwand, der zeigt, wie viel Leidenschaft in den einzelnen Kostümen steckt.

Keine Maskenbildner, sondern alles in Eigenregie

„Die Leute meinen immer, im Park gäbe es Maskenbildner, die uns schminken, aber wir machen das alles selber“, sagt Marvin, der seit 2006 zum Team der Freilichtbühne gehört und sich in der jüngsten Spielsaison um das grüne Gesicht von Oger „Shrek“ kümmerte. Was dem hauptberuflichen Elektroniker so viel Spaß macht an der Schauspielerei? „Das direkte Feedback von den Menschen“, sagt er.

Von Mittwoch (31. Oktober) bis Sonntag (4. November) wird er an den letzten Terminen des diesjährigen Horror Festes erneut ein direktes Feedback bekommen. Wahrscheinlich in Form von winselnden Männern. Spätestens dann weiß er: Den Job als Monster hat er gut gemacht.

Marvin Müller bringt Erwachsene zum Weinen beim Halloween Horror Fest

Eigentlich sieht Marvin Müller (r.) so aus. Seit 2006 gehört er zum Team der Freilichtbühne. © Andrea Wellerdiek (A)

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