Mann wollte sich schönes Leben machen: Haft wegen Untreue

Ein früherer Beamte wollte sich auf Kosten einer Eifelgemeinde ein schönes Leben machen - am Dienstag ist der 40-Jährige in Aachen zu vier Jahren und sechs Monaten Haft verurteilt worden. Der Gemeinde Hürtgenwald sei ein Schaden von rund 550.000 Euro entstanden, stellten die Richter des Landgerichts nach Angaben eines Gerichtssprechers fest. Zuerst habe der frühere Mitarbeiter der Kämmerei aus einem finanziellen Engpass heraus agiert.

06.08.2019, 13:43 Uhr / Lesedauer: 1 min
Mann wollte sich schönes Leben machen: Haft wegen Untreue

Eine Statue der Göttin Justitia mit einer Waage in ihrer Hand. Foto: S. Puchner/Archiv

Nachdem er aber gesehen habe, dass sein System funktioniere, habe er sich ein schönes Leben mit dem Geld machen wollen. Dass der Mann dabei seine Vertrauensstellung als Beamter missbrauchte, werteten die Richter als strafverschärfend. Die Verteidigung hatte für Bewährungsstrafe plädiert.

Der Verurteilte hatte laut Urteilsbegründung Gegenstände wie etwa Elektronikgeräte im Namen der Gemeinde bestellt und an seine Privatadresse liefern lassen. Am Computer veränderte er dann Anschrift und Liefergegenstand in - „Dinge, die die Gemeinde an der Stelle beschaffen würde“, sagte Gerichtssprecher Thomas Birtel: Parkbänke etwa. In anderen Fällen habe er sich mit fiktiven Abrechnungen für nicht erbrachte Leistungen Bargeld verschafft.

Für den Fall, dass noch Werte aus den Taten gesichert werden können, ordnete das Gericht die Einziehung von Geld und elektronischer Geräte an. Der Mann hatte von sich aus einen kleinen Teilbetrag als Wiedergutmachung gezahlt.

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