Im Freibad Cappenberger See soll es zu einem üblen Vorfall gekommen sein. Ein Mann soll zwei junge Mädchen aus Werne in der Umkleidekabine heimlich gefilmt haben. Die Polizei ermittelt.

Werne/Lünen

, 24.07.2018, 19:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Es sollte ein toller Badeausflug für das Trio aus Werne sein. Da das Werner Freibad dieses Jahr noch geschlossen bleibt, fuhren der Vater, seine 12-jährige Tochter sowie deren 13-jährige Freundin ins Freibad Cappenberger See in Lünen.

Es war ein schöner Nachmittag am Freitag, 20. Juli. Der dann aber äußerst unangenehm endete. „Als meine Tochter und ihre Freundin sich in der Umkleidekabine umgezogen haben, hat die Freundin bemerkt, wie jemand von oben ein Handy in die Kabine hielt“, erzählt der Vater im Gespräch mit unserer Redaktion.

13-Jährige reagierte geistesgegenwärtig

Die 13-Jährige reagierte geistesgegenwärtig. Sie lief aus der Umkleide und suchte den Spanner, der gerade wegging. Die Schülerin rief dem Vater zu, der gerade aus der Dusche kam, „Wir sind hier gefilmt worden“ und setzte dem mutmaßlichen Täter hinterher. Laut Aussagen von Vater und den Mädchen könnte es sich um einen Mitarbeiter des Lüner Freibades gehandelt haben.

Eine Anfrage bei den Stadtwerken Lünen, die das Bad betreiben, hatte zunächst eine kurze schriftliche Stellungnahme zur Folge: „...dass wir aufgrund des laufenden Verfahrens und aus Datenschutzgründen / zum Schutz der Persönlichkeitsrechte zum angefragten Vorfall keine Auskunft geben...“.

In einem anschließenden Gespräch der Redaktion mit dem Stadtwerke-Geschäftsführer Dr. Achim Grunenberg bestätigte dieser, dass er „aus Gründen des Persönlichkeitsrechtes“ keine Auskunft geben könne.

Video-Opfer liefen dem Mann hinterher

Das Trio aus Werne lief dem Mann mit dem Handy hinterher und stellte ihn zur Rede. „Erst hat er alles abgestritten“, sagt der Vater, der nicht genannt werden möchte, „aber als ich mit der Polizei drohte und sagte, er soll sein Handy zeigen, dann würde nichts passieren, hat er es herausgerückt“.

Der Vater wollte sich dann die Bilder von seiner Tochter und der Freundin, wie sie beim Umkleiden gefilmt wurden, nicht antun: „Ich habe gesagt, ‚löscht ihr das Video, ihr kennt euch sowieso besser aus‘.“ Das habe die 13-jährige Freundin dann getan.

Verdacht, dass noch mehr Filme auf dem Handy waren

Das Mädchen äußerte zudem den Verdacht, dass noch andere, ähnliche Filme auf dem Gerät gewesen seien. Der Verdächtige sei dann aber weggegangen und war später nicht mehr aufzufinden.

Aufgewühlt fuhren die drei Badegäste zurück nach Werne. Als Vater und Tochter von dem Vorfall berichteten, bestand die Mutter auf eine Anzeige. Man informierte die Familie der Freundin und beide Familien fuhren am Freitag gegen 18.45 Uhr zur Wache in Werne, um Anzeige zu erstatten.

Polizei Dortmund bestätigt Eingang der Anzeige

Da sich der Ort des Vorfalles in Lünen und damit im Zuständigkeitsbereich des Polizeipräsidiums Dortmund befindet, musste die Anzeige nach dem Wochenende zunächst von Werne nach Dortmund. Auf Anfrage der Redaktion bestätigte die Polizei Dortmund „den Eingang einer Strafanzeige wegen Verletzung des höchstpersönlichen Lebensbereiches“, so Sprecher Sven Schönberg.

Über den weiteren Fortgang der Ermittlungen machte die Behörde keine Angaben.

Filmen nicht generell verboten
  • Der Gebrauch von Smartphones und anderen elektronischen Geräten ist im Freibad Cappenberger See nicht generell verboten.
  • In der Badeordnung heißt es: Es ist nicht erlaubt, Musikinstrumente, Tonwiedergabe- oder Fernsehgeräte zu benutzen, wenn es dadurch zu Belästigungen der übrigen Badegäste kommt. Fotografieren oder Filmen anderer Badegäste, auch mit Fotohandys oder anderen Geräten mit Kamerafunktion, ist nur mit deren Zustimmung gestattet.
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