Mann lässt Tasche zurück und startet Bombenalarm: Freispruch

Im Prozess um eine angebliche Bombenattrappe in einem Duisburger Einkaufszentrum ist der Angeklagte freigesprochen worden. Die Ermittler waren zunächst davon ausgegangen, dass der 56-Jährige mit einer vorsätzlich präparierten und unter einer Bank abgestellten Bombenattrappe einen Sprengstoffanschlag vortäuschen wollte. Das Amtsgericht Duisburg zeigte sich jedoch am Mittwoch in seinem Urteil überzeugt, dass der wohnungslose Mann keineswegs einen Anschlag simulieren wollte. In der Tasche waren unter anderem eine Spielekonsole und ein Zigarettenanzünder.

11.12.2019, 15:20 Uhr / Lesedauer: 1 min

Ein in der Verhandlung gesichtetes Video zeige, wie der Mann mit mehreren Taschen und Plastiktüten auf der Bank sitze und seine Habseligkeiten sortiere, sagte ein Sprecher des Amtsgerichts. Dann habe er eine Tasche weit unter die Bank geschoben und mit dem restlichen Gepäck das Einkaufszentrum verlassen. „Er wollte die Tasche später abholen. Sie war ihm schlicht und einfach zu schwer“, so der Sprecher weiter.

Die herrenlose Tasche hatte Anfang August einen Großeinsatz ausgelöst. Die Polizei räumte das Gebäude, Sprengstoffexperten des LKA beschossen die vermeintliche Attrappe mit einer Wasserfontäne. Ein weiterer vermeintlich Tatverdächtiger war nach einer wilden Verfolgungsjagd in den Niederlanden festgenommen worden, hatte aber mit dem Vorfall nichts zu tun.

Vor Gericht zeigte sich schließlich sogar die Staatsanwaltschaft davon überzeugt, dass der Angeklagte nicht vorsätzlich handelte. „Der Verteidiger brachte vor, dass kein Mann mittleren Alters freiwillig seine Playstation zurücklasse“, sagte der Gerichtssprecher weiter. Für seine zwischenzeitliche Unterbringung in Untersuchungshaft soll der 56-Jährige Entschädigung erhalten.

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