„Manchmal lege ich mich einfach aufs Sofa, um mich zuhause zu fühlen“

dzBewohner leiden

Die Bewohner der geräumten Häuser leiden sehr unter ihrer Situation. Manche nutzen die Besuchszeit in ihrer Wohnung aus, um sich zumindest kurze Zeit zu trösten.

Bergkamen

, 03.09.2019, 17:16 Uhr / Lesedauer: 1 min

Michael Bittrich kommt fast jeden Tag in die geräumten Häuser. Der Bergkamener wohnt dort schon seit 30 Jahren in einem Appartement, das er sich damals dort gekauft hat – oder besser gesagt: Er wohnte dort bis zum 15. Mai, als die Stadt die Häuser räumte. Seitdem hat ihn die Räumung der Häuser an der Töddinghauser Straße obdachlos gemacht und er lebt in der städtischen Notunterkunft an der Fritz-Husemann-Straße.

Zuerst musste er sich dort ein Zimmer mit einem Mitbewohner teilen, der ebenfalls seine Wohnung verlassen musste. Schon seit einiger Zeit hat er eine eigene Unterkunft. Zuhause fühlt er sich aber nicht.

Und so kommt Bittrich immer wieder für einige Stunden in seine Wohnung, die er fast jeden Tag für einige Stunden betreten darf, wenn er sich beim Wachdienst an- und abmeldet. Damit, dass er noch etwas aus seiner Wohnung benötigt, hat das fast nie zu tun. Manchmal kommt er um die Blumen zu gießen, damit sie nicht verkümmern. Immer kommt er, um zu sehen, dass sein Zuhause noch nicht ganz verschwunden ist, sondern zumindest theoretisch. „Manchmal lege ich mich auch einfach für einige Zeit aufs Sofa – nur, um mich wenigstens für kurze zeit wieder zuhause zu fühlen“, sagt der Bergkamener.

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