Lünerin läuft Halbmarathon in Kenia und sucht Patenschaften

dzSpendenaktion

Debora Eisert reicht es nicht, einfach Geld zu spenden oder Patenschaften zu übernehmen. Um die Arbeit einer Hilfsorganisation zu unterstützen will sie 21 Kilometer durch Afrika joggen.

von Kristina Gerstenmaier

Lünen

, 04.12.2018, 16:45 Uhr / Lesedauer: 2 min

Debora Eisert fängt praktisch bei Null an. Als sie sich im Oktober dazu entschied, nur ein halbes Jahr später einen Halbmarathon zu laufen, war Sport kein Teil ihres Alltags. „Ich fahre mit dem Fahrrad zur Arbeit und bin mit meinen Kindern viel draußen, aber fürs Joggen war ich nie diszipliniert genug“, erzählt die studierte Sprachtherapeutin, schlank, halblanges blondes Haar, mit einem entschuldigenden Lächeln. „Am Anfang war es eine große Hürde, mich überhaupt zum Laufen aufzuraffen.“

Mittlerweile hat sie sich aber an ihre neue sportliche Betätigung fast schon gewöhnt: Dreimal die Woche joggt sie inzwischen 8,5 Kilometer durch den Lünener Norden: Am Kriegerdenkmal vorbei durch den Wald, rund um den Cappenberger See und wieder zurück. Um das zu schaffen, hat sie eine besondere Motivation, fernab davon, ihren Körper zu stählen oder zu verschlanken: „Kindern eine Zukunft zu ermöglichen“, sagt sie begeistert.

Begegnung steht im Mittelpunkt

Denn der Marathon, bei dem sie mitläuft, ist nicht irgendeiner. Organisiert vom christlichen Hilfswerk Compassion ist er vor allem ein Spendenlauf. Die 34-Jährige wird dafür im Mai nach Kenia fliegen: 21 Kilometer bei 29 Grad Celsius auf 2000 Höhenmetern und all das zu einem karitativen Zweck. Neben den Lauf stehen Treffen mit Familien vor Ort und Gottesdienste in lokalen Gemeinden auf dem Programm. Kurz: zentraler Bestandteil sind Begegnungen; auch beim Lauf.

Lünerin läuft Halbmarathon in Kenia und sucht Patenschaften

Debora Eisert hofft auf viele Patenschaften für die Organisation „Compassion“. © Kristina Gerstenmaier

Neben der körperlichen, stellt sich Eichert einer weiteren Herausforderung: Teilnahmebedingung sind 10.000 Euro gesammelte Spenden oder zehn Patenschaften, die über Compassion abgeschlossen wurden. „Ich möchte mich dafür einsetzen, dass Kinder in Armut eine gesundheitliche Versorgung und eine gute Schulbildung bekommen“, sagt Eisert. „Mir ist schon klar, dass ich damit nicht die Welt retten kann, aber so kann ich einen praktischen Beitrag leisten.“

Raus aus der Komfortzone

Bereits seit zwei Jahren unterhält die Familie Patenschaften zweier Kinder aus Uganda und Äthiopien, die im gleichen Alter wie die eigenen sind. Damit möchten die Eicherts ihren Sechs- und Siebenjährigen zeigen, „dass so wie wir leben, schon Luxus ist. Aber wir können eben auch was abgeben, teilen und einander helfen.“

Mit der Teilnahme am so genannten Muskathlon möchte die aktive Christin mehr tun, als einen bestimmten Betrag im Monat abzugeben oder Briefe zu schreiben, wie sie es mit den Patenkindern tut. „Ich möchte meinen Glauben praktisch leben, ihn sichtbar machen und erlebbar, ich möchte helfen können, wo es möglich ist und dafür aus meiner persönlichen Komfortzone herauskommen.“

Sie möchte sich ganz bewusst einer großen Herausforderung stellen, und das in mehrfacher Hinsicht: An ihren Körper, organisatorisch und, wegen der Teilnahmegebühr und Flugkosten, auch finanziell. Denn für die berufstätige Mutter ist es nicht leicht, überhaupt die Zeit zum Joggen im engen Alltag zu finden, sich die Woche im Mai freizuschaufeln oder auch die Teilnahmegebühr und die Flugkosten aufzubringen. „Das geht nur, weil ich weiß für wen ich das mache.“

  • „Kinder aus Armut befreien im Namen Jesu“ lautet das Motto des Hilfswerks Compassion, das in 25 Ländern in Afrika, Lateinamerika und Asien tätig ist. Neben der Vermittlung von Patenschaften kümmert sich die Organisation gemeinsam mit christlichen Gemeinden vor Ort um die medizinische Grundversorgung und die Ausbildung von Kindern.
  • Wer Debora Eisert mit einer Patenschaft oder Spende unterstützen möchte kann sich unter happydebby@web.de an sie wenden.
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