Lüner betrügt behinderte Freundin und muss dafür ins Gefängnis

dzBerufungsprozess

Ein 40-jähriger Mann aus Lünen soll das Vertrauen seiner schwerbehinderten Freundin schamlos ausgenutzt haben. Jetzt muss er wegen Betruges ins Gefängnis.

Lünen, Dortmund

, 11.12.2018 / Lesedauer: 2 min

Das Dortmunder Landgericht sah am Montag keine Möglichkeit, die schon im August 2017 vom Amtsgericht Unna verhängte Haftstrafe von zehn Monaten noch einmal zur Bewährung auszusetzen. „Wir haben nichts, worauf wir die Erwartung stützen könnten, dass dieser Angeklagte künftig straffrei durchs Leben gehen wird", hieß es in der Urteilsbegründung. Die Richter verwarfen also die Berufung des 40-Jährigen.

Handyvertrag abgeschlossen

Dass dieser ein schamloser Betrüger ist, hatte er selbst zuvor zugegeben. Und als Opfer hatte er sich ausgerechnet seine damalige Freundin ausgeguckt. Eine Frau, die ihm blind vertraute, weil sie im Rollstuhl sitzt und auf ihn angewiesen war.

Weil er selbst keine Möglichkeit mehr hat, einen Handyvertrag abzuschließen, überredete der Angeklagte im Mai 2016 seine Freundin, dies doch bitte für ihn zu tun. Er selbst hatte es auf ein brandneues Smartphone von Samsung abgesehen. Dass sich die Frau mit der Unterschrift monatliche Raten von mehr als 40 Euro ans Bein band, störte ihn nicht.

Raten nicht bedient

In der Folgezeit kam es, wie es kommen musste: Der Lüner war nicht in der Lage, die Raten zu bezahlen, und ließ seine Freundin schließlich einfach mit dem Problem alleine. Die Frau stottert seitdem die Raten ab. Der Angeklagte hat sich seit Monaten nicht mehr bei ihr blicken lassen und sich auch nicht entschuldigt.

Vor Gericht hoffte er dennoch auf eine erneute Bewährungschance. Schon seit April 2016 steht der Mann unter laufender Bewährung, weil er immer wieder im Supermarkt Schnapsflaschen eingesteckt und nicht bezahlt hatte. Dass er jetzt endlich an seinem Alkoholproblem arbeiten will, nahmen ihm die Richter am Montag zwar ab. Er hätte sich aber im Vorfeld der Verhandlung einfach schon mal um einen Therapieplatz kümmern müssen, sagten sie ihm.

Lesen Sie jetzt