Lüner belästigt junge Frau mit Porno-Foto und anstößigen Nachrichten

dzAmtsgericht

Nach einem sehr tiefen Blick ins Glas belästigte ein 55-jähriger Lüner eine junge Frau aus seinem Umfeld mit einem pornografischen Foto und anstößigen Nachrichten. Nun stand er vor Gericht.

von Sylvia Mönnig

Lünen

, 25.11.2019, 16:01 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Betroffene, Schwester seines Patenkindes und gerade einmal 18 Jahre alt, war, was seine Botschaften unterhalb der Gürtellinie betraf, offenbar bereits Kummer gewohnt.

Doch in der Nacht auf den 1. Februar ging der Lüner endgültig zu weit. Er schickte ihr über Facebook ein Foto von seinem entblößten Genital und passend dazu rund 30 Nachrichten, die niveauloser nicht hätten sein können.

Das Bild, das sie ganz bestimmt nicht sehen wollte, war für sie Anlass, Anzeige zu erstatten. Vorwurf: Unaufgefordertes Verbreiten von Pornografie.

„Ich war betrunken und nicht Herr meiner Sinne“

Das Verschicken des Fotos und der Nachrichten stellte der Lüner nun im Prozess vor dem Amtsgericht nicht in Abrede, allerdings sah er den Alkohol als verantwortlich dafür. „Das ist nicht mit vollem Bewusstsein passiert. Ich würde so etwas eigentlich niemals tun. Ich war betrunken und nicht Herr meiner Sinne“, bekundete er und fügte hinzu: „Ich schäme mich zu Tode.“

Als er am nächsten Tag im nüchternen Zustand gesehen habe, was er da getan hatte, habe er aus dem Fenster springen wollen.

Zahlreiche Vorstrafen und Hafterfahrung

Sein Geständnis sprach letztlich für den 55-Jährigen. Strafschärfend mussten sich zahlreiche Vorstrafen und Hafterfahrung auswirken. Für ihn endete der Fall diesmal mit 900 Euro Geldstrafe und deutlichen Worten der Richterin. Die warf ihm in der Begründung des Urteils vor, eindeutig eine Grenze überschritten zu haben.

Das Foto und die Nachrichten geschmacklos zu nennen, sei noch untertrieben. „So etwas kann die Rechtsordnung nicht hinnehmen. Das war schwerwiegendes Unrecht und so etwas muss geahndet werden“, betonte sie und nahm damit Bezug auf den Antrag des Verteidigers, den Lüner lediglich zu verwarnen und eine vorbehaltene Geldstrafe zu verhängen.

Richterin: Schuldfähigkeit war nicht eingeschränkt

Auch hatte die Richterin keine Zweifel daran, dass der Angeklagte zwar alkoholisch enthemmt, aber gewiss nicht in seiner Schuldfähigkeit eingeschränkt gewesen sei. Immerhin sei er noch dazu in der Lage gewesen, das Foto zu fertigen und Nachrichten zu verfassen.

Angeklagter mit bewegter Vergangenheit

Darüber hinaus machte sie den Lüner, der finanziell nicht auf Rosen gebettet ist, darauf aufmerksam, dass er bei der Staatsanwaltschaft auch beantragen könne, die Geldstrafe in Sozialstunden umzuwandeln.

Der Mann mit bewegter Vergangenheit winkte förmlich ab und erklärte, das zu kennen. Die Richterin zeigte dennoch verhaltenen Optimismus: „Ich gehe mal davon aus, dass wir uns hier nicht mehr sehen.“

Lesen Sie jetzt
Hellweger Anzeiger Amtsgericht
Nach Betrug am Geldautomaten: Angeklagter drohte seiner Ex-Freundin, sie zu vergewaltigen
Hellweger Anzeiger Amtsgericht
Mit einem Promille am Steuer des weißen Mercedes - 38-Jähriger nach Probefahrt verurteilt