Lüner Schüler gehen auf die Straße: „Unser Klima hat mehr Defizite als unser Zeugnis!“

Fridays for Future

Nicht nur Schüler sind eingeladen, wenn es am Freitag (20.9.) auch in Lünen wieder heißt: „Alle fürs Klima!“ Die Lüner Jugend setzt sich erneut mit Streiks für den Klimaschutz ein.

Lünen

von Antonia Gutzmann

, 12.09.2019, 14:30 Uhr / Lesedauer: 2 min
Lüner Schüler gehen auf die Straße: „Unser Klima hat mehr Defizite als unser Zeugnis!“

Bald wieder zu sehen: die nächste fridays for future Demo steht an. © Beate Rottgardt

Wenn die Schüler am Freitag um 12 Uhr auf dem Europaplatz demonstrieren, gelten sie in der Schule streng genommen als unentschuldigt. ,,Gesetzlich können Schulen die Fehlstunden nur als unentschuldigt festhalten“, weiß auch die 16-jährige Schülerin Ruth Kirschbaum.

Doch sie nehme das ganz bewusst in Kauf: ,,Weil es das wert ist.“ Der nun vierte geplante Klima-Streik in Lünen soll alle Altersgruppen ansprechen, da es sich um einen globalen Generalstreik handelt. ,,Denn das Thema geht schließlich jeden etwas an“, so die Schülerin.

Sieben Tage, sieben Themen

Sie und die anderen Lüner Organisatoren rechnen für den 20. September mit ungefähr 300 Teilnehmern. Neben den üblichen Reden und Sprechchören gibt es anlässlich der ,,Week 4 Climate“ sieben Infostände - passend zu den sieben Wochentagen.

„Es gibt keinen Planeten B“


Die von der schwedischen Schülerin Greta Thunberg ins Leben gerufene Bewegung ,,Fridays for future“ ist längst auch in Lünen angekommen. Die Demonstranten aus mittlerweile über 100 Staaten wollen eine Veränderung der Klimapolitik. Die Schüler, Studenten und mittlerweile auch Eltern fordern (mehr) Einsatz für den Klimaschutz und auch ein Umdenken Einzelner in Sachen „nachhaltig leben“. Da viele Schüler für die teilweise wöchentlichen Demonstrationen Unterricht versäumen, hat die Bewegung auch viele Gegner.

Die Themen lauten ,,Clean the ocean“ (Sauberkeit der Meere), ,,Life-giving forests“ (Wälder), ,,Ice landscapes“ (Arktis und Antarktis), ,,Marshlands“ (Sümpfe und Moore), ,,Asymmetry global north vs. global south“ (Nord-Süd-Gefälle), ,,Trustworthiness of governments“ (Vertrauen in die Regierungen) und natürlich ,,Earth“ (der Planet Erde).

An jedem der Stände gibt es Informationen zum jeweiligen Thema, aber auch Aktionen wie Gewinnspiele.

Eine weitere Besonderheit: Als Vorbereitung auf den Streik am Freitag gibt es am Mittwoch ab 17 Uhr einen ,,Art Space“, also einen Kunstraum, wo gemeinsam Schilder und Plakate entworfen werden können. Da es sich um eine Privatadresse handelt, kann diese nur per Mail erfragt werden.

Kleine Taten für das große Ziel

Jeder kann nach Meinung der Lüner Klimaaktivisten einen Beitrag leisten: „Keine Kurzstreckenflüge oder für kurze Strecken nicht das Auto nutzen, stattdessen mit den Öffis fahren oder auch mal mit dem Rad“, schlägt Ruth Kirschbaum vor.

„Kleidung und das Handy gebraucht kaufen, bei Lebensmitteln auf eine möglichst umweltfreundliche Verpackung achten - diese kleinen Taten helfen dabei, den von 27.000 Wissenschaftlern bestätigen Klimawandel zu stoppen.“

Obwohl jeder zum Klimaschutz beitragen kann, trage die Politik eine große Verantwortung: „Eine Fahrt mit der Bahn oder dem Bus kostet in Deutschland oft sehr viel mehr als mit dem Auto zu verreisen“, sagt Ruth Kirschbaum. „In anderen Ländern wie beispielsweise Dänemark ist das Nutzen von öffentlichen Verkehrsmitteln teilweise kostenlos oder zumindest günstiger.“ Mit solchen Maßnahmen könne die Regierung zum Klimaschutz beitragen.

Die weiteren Aufgaben der Politik: „Große Waldflächen vor der Rodung zu bewahren oder dafür zu sorgen, dass Unternehmen nachhaltig produzieren.“

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