Lüner SPD-Chef Norbert Janßen: „Wir müssen das Gespräch mit den Bürgern suchen!“

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Die Bundes-SPD hat weniger Unterstützer denn je, an der Spitze ringt man um die Nachfolge. Wie geht der Lüner Stadtverband mit den Verhältnissen dort um?

von Kristina Gerstenmaier

Lünen

, 29.08.2019, 11:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Wenn am Sonntag Bundestagswahl wäre... wählten gerade mal 14 Prozent der Bundesbürger sozialdemokratisch. Das geht aus dem aktuellen Politbarometer hervor. Damit liegt die ehemalige Volkspartei weit hinter den Grünen (25 Prozent) und gleichauf mit der AfD. Über ein Dutzend Vorsitzende gab seit der deutschen Wiedervereinigung an der Bundesspitze ihr Amt auf. Seit Juni ploppen nahezu täglich neue Kandidaten für diese Position auf - zuletzt Kanzler-Vize Olaf Scholz, der die Kandidatur anfangs kategorisch ausgeschlossen hatte.

Kein einheitliches Stimmungsbild

„Ich bin nicht der Meinung, dass in Berlin Chaos herrscht“, bezieht SPD-Stadtverbandsvorsitzender Norbert Janßen Stellung. „Es ist ein geordnetes Verfahren, das da abläuft. Den Entscheidungsprozess von Olaf Scholz kann ich nachvollziehen.“ Nachdem er d ekt nach Nahles` Rücktritt erstmalig zu einer Kandidatur befragt worden war, hätten sich die Voraussetzungen, seit es nun eine weiblich-männliche Doppelspitze werden soll, für ihn eben geändert.

„Noch kann ich keine Einschätzung dazu geben, welche Kandidaten wir unterstützen werden“, sagt Janßen. Das wird sich erst nach der Regionalkonferenz Ende September in Kamen, bei der sich die Spitzenkandidaten vorstellen, abzeichnen. Er geht aber davon aus, dass es kein einheitliches Stimmungsbild geben werde, sondern die Genossen sehr unterschiedlich wählen.

Politik muss besser darauf hören, was Bürger wollen

Die schwindende Unterstützung seiner Partei auf Bundesebene kommentiert er so: „Wir nehmen zur Kenntnis was da läuft, lassen uns davon aber nicht beeindrucken. Unsere Arbeit vor Ort ist davon nicht betroffen. Es macht weiterhin Spaß Kommunalpolitik zu betreiben. Die Ratsfraktion leistet gute Arbeit.“ Auf lokaler Ebene beschäftige man sich derzeit vor allem mit zwei Fragen: Wie kann in Bezug auf Mobilität ein Sinneswandel erreicht werden? Dazu wurde vom Stadtverband bereits ein Grundsatzpapier erarbeitet, das im Oktober zur Diskussion gestellt werden soll.

Des Weiteren beschäftigen sich die Lüner Sozialdemokraten mit dem verordneten Klimanotstand und was dieser konkret für ihre Politik bedeutet. „Da wird es unsererseits konkrete Gedanken geben müssen“, sagt Norbert Janßen. „Und die Menschen müssen natürlich mitmachen.“ Die Unterstützung und Mitarbeit der Bürger sei ohnehin der Kern allen politischen Bemühens: „Die Politik darf nicht über allem stehen. Wir müssen uns damit auseinandersetzen, was die Bürger tatsächlich beschäftigt. Zum Beispiel damit, dass eine große Unsicherheit in der Bevölkerung herrscht, was den Job oder die Altersabsicherung angeht. Und da können wir sicherlich auf allen Ebenen besser werden, auch in Lünen.“

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