Lüner Kinofest war wieder „hart aber herzlich“

dzFestival-Rückblick

Wie im Flug verging die Zeit - nun ist das Kinofest schon wieder vorbei. Ich habe zum 29. Mal über das Festival berichtet. Und ziehe nun Bilanz - spannend war es. Und „hart aber herzlich“.

Lünen

, 26.11.2018, 05:45 Uhr / Lesedauer: 3 min

Es war das Kinofest der vielen Premieren. Und damit meine ich nicht die vielen Filme, die zum ersten Mal in Lünen liefen. Hier die Liste der vielen Dinge, die zum ersten Mal beim 29. Kinofest geschahen:

Zum ersten Mal in der langen Geschichte des Festivals wurden die Preise in einer Gala am Samstag vergeben. Bislang war immer der Sonntag der Tag der Abschluss-Gala. Aber weil eigentlich alle anderen Festivals auch samstags mit einer Party enden, beschlossen die Lüner Verantwortlichen das nun auch. Mit großem Erfolg - wer feiert nicht lieber (und länger) an einem Samstag statt sonntags mit Blick auf die neue Arbeitswoche?!

„Endlich sind wir Samstagabend“

Auch die beiden Moderatoren der Gala, Antje Knapp und Peter G. Dirmeier, jubilierten: „Endlich sind wir Samstagabend.“ Sie fühlten sich wie die Showgrößen von einst. Neu war auch, dass die musikalische Umrahmung live von der Bühne kam, dank Saxofonistin Cathrin Groth und ihrer Band.

Weltpremiere zur Eröffnung

Auch neu bei diesem Kinofest war, dass die Eröffnungsgala an einem Mittwoch stattfand. Das sorgte möglicherweise bei den Verantwortlichen zunächst für Bauchgrummeln. Würden trotzdem so viele Menschen kommen wie sonst am Donnerstag? Sie würden. Nur zwei Karten waren für die ganzen vier großen Säle in der Cineworld noch übrig, als Kinofestleiter Mike Wiedemann die Gäste begrüßte. An diesem Abend gab es dann sogar eine Weltpremiere an der Lippe - der Kinofilm „Kalte Füße“ wurde das allererste Mal vor Publikum gezeigt.

Entspannende Massage

Eine Neuerung diente dem Durchhaltevermögen der Zuschauer. Lukas Bürger vom Kinofest-Team bot in der Lounge der Cineworld Massagen für gestresste Rücken an. Und die wurden gerne angenommen, übrigens vor allem von jungen Damen.

Lüner Kinofest war wieder „hart aber herzlich“

Das Kinofest-Team verteilt die Stimmzettel. © Günter Blaszczyk

Neu war diesmal die Ermittlung der Gewinner. Statt Schulnoten vergaben die Zuschauer bei den Filmen der Lüdia, der Rakete und der beiden Kurzfilmwettbewerbe nun drei, fünf oder zehn Punkte. Dann wurden alle Punkte addiert und durch die Zahl der jeweiligen Zuschauer dividiert. Die Durchschnittssumme bestimmte dann die Platzierung. „Das war mehr eine Bauchentscheidung“, meinte Simon Ackers von der Festivalleitung.

Empfang schon am Donnerstag

Zum ersten Mal lud Bürgermeister Jürgen Kleine-Frauns Förderer und Filmschaffende bereits am Donnerstag statt am Samstag zum Empfang hoch oben im Rathaus ein. Da lag es wohl wirklich am Termin, dass aus der Branche nur wenige Gäste kamen. Die meisten reisten wohl erst später zu ihren Filmen an.

Schauspiel-Preis

Zum ersten Mal wurde in diesem Jahr der Lüner Schauspiel-Preis verliehen. Die fachkundige Jury mit Schauspielerin Lina Wendel, Casterin Susanne Ritter und Regisseur Stefan Westerwelle machte es sich nicht leicht. Aber fällte am Ende ein hervorragendes Urteil. Der Preis geht an den jungen Schauspieler Malik Adan, der in „Jibril“ einen Häftling spielt, der sich in eine alleinerziehende Mutter verliebt.

Wenn ich an dieses Kinofest denke, dann fallen mir zwei Dinge sofort ein, die mir noch lange im Gedächtnis bleiben werden.

Lüner Kinofest war wieder „hart aber herzlich“

Schauspielerin Anna Bachmann nach der Vorstellung des Films "Verlorene". © Günter Blaszczyk

Zum Einen die vielen Begegnungen mit jungen Filmschaffenden, die nicht nur spannend und informativ sondern auch menschlich wunderbar waren. Da war das Wiedersehen mit der jungen Schauspielerin Anna Bachmann („Verlorene“), mit der ich mich schon vergangenes Jahr lange unterhalten habe. Ihre Leidenschaft, sich ihren Traum, Schauspielerin zu werden, zu erfüllen, habe ich diesmal mehr als einmal gerade bei ganz jungen Akteuren erlebt und bewundert.

Lüner Kinofest war wieder „hart aber herzlich“

Chantal Zitzenbacher sieht ihren eigenen Film „Womit haben wir das verdient?“. © Günter Blaszczyk

Wie bei Emilio Sakraya, dem Hauptdarsteller aus „Kalte Füße“ oder Chantal Zitzenbacher („Womit haben wir das verdient“). Es würde mich nicht wundern, wenn man von diesen Dreien noch viel hören würde.

Lüner Kinofest war wieder „hart aber herzlich“

"Meine Welt ist die Musik": Komponist Christian Bruhn mit Regisseurin Marie Reich. © Günter Blaszczyk

Ein zweites besonderes Erlebnis bescherte mir der Donnerstagabend mit dem Dokumentarfilm „Meine Welt ist die Musik“ und dem Auftritt des wunderbaren Christian Bruhn. Mit 82 Jahren sorgte er dafür, dass alle seine Hits mitsangen, die er live in einem neunminütigen Medley im Kino präsentierte. Vielen Dank für dieses wunderschöne Mini-Konzert.

Lüner Kinofest war wieder „hart aber herzlich“

Die beiden Lüdia-Gewinner Enno Endlicher (l.) und Florian Heinzen-Ziob mit Moderatorin Antje Knapp nach der Vorführung ihres Filmes. © Günter Blaszczyk

Dass das Lüner Kinofest etwas Besonderes in der Festivallandschaft ist, hören die Lüner gerne und immer wieder. Drei Gäste werden die Lippestadt sicher in ganz besonders guter Erinnerung behalten - die Lüdia-Gewinner Florian Heinzen-Ziob, Enno Endlicher und Lehrerin Ute Vecchio. Ihr Film „Klasse Deutsch“ macht Mut in Sachen Integration. Aber er fordert auch, wie Ute Vecchio sagte: „Es reicht nicht, wenn wir in der Schule Integration vorantreiben. Es ist die Aufgabe von jedem.“

Lesen Sie jetzt
Hellweger Anzeiger Meinung am Mittwoch

Kein Wettstreit bei drei Schulneubauten: Warum will Lünen nicht die beste Lösung?

Hellweger Anzeiger Kurt-Schumacher-Straße

Warten auf den „Neuen“: Im früheren Dom Portugues öffnet sich die Tür später als geplant

Meistgelesen