Lünens unendliche Geschichte: Kommt der Bahnhaltepunkt Alstedde oder kommt er nicht?

dzJetzt mal unter uns

Manche Lüner glauben eher an den Weihnachtsmann als daran, dass es jemals einen Bahnhaltepunkt in Alstedde geben wird. Und manche fragen sich auch - ist er überhaupt nötig?

Lünen

, 26.10.2019, 16:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Skepsis bei den Bürgern ist groß. Auch wenn sich die Lüner CDU und SPD sicher sind, dass man in Sachen Bahnhaltepunkt in Alstedde endlich auf einem guten Weg sei. Immerhin - nach mehreren Jahrzehnten.

In einem Facebook-Post vermutet ein User, dass es die Kinder von heute sehr schwer haben würden, die Realisierung noch als Rentner zu erleben - angesichts der Verkehrsplanungen von Bahn, Bund und der Städte.

„Vieles ist im Gespräch. Wenig wird umgesetzt und das - wenn überhaupt - erst nach vielen Jahren unnötigen Zeitvertlusts,“ kritisiert der User. Am Römerweg in Alstedde könnte der lang ersehnte Haltepunkt gebaut werden. Dort, wo derzeit nur eine Schrankenanlage vorhanden ist.

„Vergleich mit Preußen ist Milchmädchenrechnung“

Es gibt Berechnungen, nach denen täglich 1000 Menschen diesen Haltepunkt auch nutzen würden. Eine Zahl, die mancher Lüner jedoch bezweifelt. Den Bahnhof Preußen in Horstmar nutzen täglich 1700 Menschen. Ein anderer User fragt sich, wo die prognostizierten 1000 Fahrgäste täglich herkommen sollen.

„Der Vergleich mit Preußen ist doch eine Milchmädchenrechnung“, meint der User. Preußen werde von Lünen-Süd und Horstmar benutzt, die zusammen etwa 14.500 Einwohner haben. Alstedde habe gerade mal um die 6500 Bewohner.

Zudem hielten in Preußen sechs Züge die Stunde. In Alstedde wären es nur zwei Züge pro Stunde.

Die Frage stellt sich natürlich - macht so ein Haltepunkt tatsächlich Sinn, wenn es „nur“ zwei Züge aus und nach Enschede/Coesfeld pro Stunde gibt?

Zudem ist auch dieser User skeptisch, was mögliche Zusagen der Bahn betrifft. Immerhin warte man in Lünen seit gefühlt 90 Jahren aus den zweigleisigen Ausbau der Bahnstrecke Lünen-Münster. Etwa seit 45 Jahren sei der Haltepunkt Alstedde immer mal wieder im Gespräch.

Fakt ist - die Verbandsversammlung von „Nahverkehr Westfalen-Lippe“ hat im Frühjahr beschlossen, vier neue Haltepunkte in Westfalen-Lippe einzurichten. Seitdem hoffen Lüner Politiker, dass Alstedde endlich realisiert wird. Billig wird es nicht - immerhin kostet so ein Haltepunkt 1,2 Mio. Euro. Außerdem müssen Park & Ride-Parkplätze eingerichtet werden. Allerdings gebe es dafür Fördergelder.

Mehr Menschen sollten Bus und Bahn fahren

Klar ist - man will, auch angesichts der Klimadiskussion, mehr Menschen bewegen, mit Bus und Bahn statt mit dem Auto zu fahren. Einen Bahnhaltepunkt Alstedde könnte auch Nordlüner nutzen. Vielleicht würde dann auch der stets

überfüllte Parkplatz am Hauptbahnhof entlastet werden. Leider überwiegt aber immer noch die Skepsis, ob die Pläne irgendwann realisiert werden. Und deshalb glauben viele Lüner eher an den Weihnachtsmann als an einen Bahnhaltepunkt in Alstedde.

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