Lünen macht seine Mülltonnen schön - nur wohin dann mit dem Müll?

dzKolumne „Jetzt mal unter uns“

Da Paketboten neuerdings kreative Verstecke für ihre Lieferungen suchen, muss sich der normale Lüner Bürger etwas einfallen lassen: ein nicht ganz ernst gemeinter Blick vor die Haustüren.

Lünen

, 17.08.2019, 17:15 Uhr / Lesedauer: 2 min

Ich gebe es ja zu: Ich habe auch schon einmal Blumen im Internet bestellt. Allerdings konnte man die Lieferung so timen, dass der Empfänger (in meinem Fall: die Empfängerin) auch tatsächlich zuhause war. Wenn ich der schönsten Frau der Welt damals allerdings erklärt hätte, dass ich ihren Brautstrauß online ordern würde - ich denke, die Hochzeit wäre gelinde gesagt ins Wasser gefallen.

Nun bin ich fast zehn Jahre verheiratet und wundere mich über fast gar nichts mehr - weder über Menschen, die ihre Hochzeit im Netz organisieren, noch über Paketboten, die ihre Lieferungen in Mülltonnen verstecken. Immer noch besser, als den Strauß unter die Fußmatte zu legen, oder den Plasmafernseher durch den Briefschlitz zu quetschen.

Müllkippe als Lösung für die Mercedes-Fläche

Und offensichtlich hat sich die Mehrzahl der Lüner ja auch schon auf diese neuen Liefergewohnheiten eingestellt und hält die Mülltonnen sauber. Der Müll wird stattdessen neben (oder in) den Altglascontainern entsorgt. Und wenn kein Platz mehr ist, kippt man ihn halt einfach ins Naturschutzgebiet. Oder, noch besser, man zündet ihn gleich an, dann haben alle was davon.

Schon klar: Diese wilden Müllkippen im Stadtgebiet sind alles andere als schön, und so richtig legal ist das Ganze auch nicht. Also, was tun? Seinen Müll einfach direkt zur Deponie oder zum Wertstoffhof zu bringen, kommt natürlich nicht in Frage: Zum einen kostet das Geld, zum anderen wäre das zu aufwendig. Und wer hat dann bitteschön in unserer heutigen Gesellschaft noch Zeit, den Umweg über die Josef-Rethmann-Straße oder den Brückenkamp zu fahren? Da müsste eine zentrale Lösung her. Vielleicht berücksichtigen die Stadtväter und -mütter das ja bei ihrer Entscheidung, was mit der ehemaligen Mercedes-Fläche passieren soll.

Kurzfristig hilft das jedoch nicht. Und da die Wirtschaftsbetriebe Lünen vermutlich auch nicht 1000 zusätzliche Mitarbeiter einstellen können (und uns die Flüchtlinge diese Jobs ja sowieso wegschnappen), um die Hotspots der Umweltsünder zu kontrollieren, bleibt nur dieser Weg: Jeder Haushalt muss eine zusätzliche Mülltonne anschaffen, die als Briefkasten dient.

Keine Herausforderung für Paketboten

Das könnte dann über eine zusätzliche Gebühr finanziert werden, so dass der Stadt kein Schaden entsteht. Und die Paketboten müssten nicht so lange überlegen, wo und wie sie eine nicht zustellbare Sendung im Vorgarten verstecken, und könnten so wesentlich mehr Zustellungen schaffen als bisher (diese lahmen Enten, nicht wahr?).

Wie - Sie finden das albern? Stimmt. Ich auch. Ich kaufe Blumen ohnehin viel lieber beim Floristen.

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