Das Ende der 60er-Jahre war eine Zeit der Veränderung in der Lüner Innenstadt. An allen Ecken und Enden wurde gebuddelt und gebaut. Auch eines der prominentesten Gebäude musste weichen.

Lünen

, 23.12.2018, 14:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Knut Thamm ist so etwas wie der inoffizielle Stadtfilmer. Wenn etwas wichtiges passiert, ist er meist mit seiner Kamera dabei. 1968 aber, als dieser Film gedreht und veröffentlicht wurde, hat er noch nicht gefilmt. Schließlich war er erst ein Jahr zuvor nach Lünen gekommen.

Der Film „Lünen verändert sein Gesicht“ ist deshalb nicht von ihm, sondern von Joseph Tokarz. Tokarz war Film-Enthusiast, aber Amateur. Er engagierte sich in Film-Kursen an der Volkshochschule. Und zückte Ende der 60er die Kamera, um zu dokumentieren, wie sich die Lippestadt veränderte.

Dass Knut Thamm den Streifen doch so gut kennt, liegt daran, dass er den Film Anfang der 90er-Jahre von Super 8 auf VHS überspielt hat. Damals gab es mehrere Veranstaltungen, bei denen viele alte Filme gezeigt wurden. „Jedes Mal war der Hansesaal brechend voll“, erinnert sicht Thamm. Das Begleitheft gibt‘s noch heute. „Lünen eine unansehnliche Großbaustelle“, heißt es darin kurz und knapp zu dem Film von Joseph Tokarz.

Der Abriss des Alten Rathauses

Tatsächlich sieht man darin viele Baustellen und vieles, was heute so nicht mehr existiert. Der Marktplatz, ohne das riesige Hertie-Gebäude an der Seite. Die Lange Straße mit dem fließenden Verkehr in beide Richtungen. Das alte Kepa-Kaufhaus. „Das stand am Alten Markt“, sagt Thamm, „da konnte man alles kaufen - und auch essen.“

Auch am Alten Markt war damals eine riesige Baustelle. Dort nämlich, wo heute das Intersport-Gebäude ist, klaffte eine riesige Lücke.

Eine weitere riesige Lücke im Stadtbild entsteht ungefähr ab Minute 7:48. Da nämlich hat der Filmer den Abriss des Alten Rathauses eingefangen. An der Stelle steht heute der Buchhandel Thalia. Wagemutig, und nach heutigen Arbeitsschutz-Regeln wohl undenkbar, wie die Bauarbeiter offenbar ohne Sicherung auf den letzten Mauerresten stehen und arbeiten. Die Hintergrund-Musik hat Knut Thamm hinterlegt - und steigert sich bei den Abbruchszenen passenderweise in dramatische Dissonanzen.

Zum Schluss gibt es noch einige Szenen für Nostalgiker: Eine Fahrt durch die Lange Straße, ein Blick auf eine Telefonzelle, vor der Menschen anstehen. Und eine Fahrt über die Kurt-Schumacher-Straße und unter der Fußgängerbrücke her, die ja dieses Jahr erst abgerissen worden ist. Damals war sie noch so gut wie neu, zuletzt soll sie ein Sicherheitsrisiko gewesen sein.

Die Stadt Lünen hat einen Imagefilm auf DVD herausgebracht. Im Anhang: Historisches Filmmaterial aus Lünen. In einer Serie zeigen wir die spannendsten Filme. Die DVD ist - noch - im Info-Point im Rathaus zu haben. Der Vorrat ist allerdings begrenzt. Im nächsten und letzten Serienteil geht es um einen Imagefilm der Stadt aus dem Jahr 1991.
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