Lüften und Heizen gegen den Wasserschaden reicht nicht aus

Tipps für den Notfall

Der Teppich ist pitschnass, die Tapete wölbt sich unter der Zimmerdecke: Ein Wasserschaden bedeutet für Betroffene viel Ärger. Bei der Schadensregulierung gilt es einiges zu beachten.

05.04.2019 / Lesedauer: 3 min
Lüften und Heizen gegen den Wasserschaden reicht nicht aus

Sieben Liter pro Minute fließt aus einem typischen Wasserhahn. © Stefan Milk

Sieben Liter pro Minute fließen beim Händewaschen aus einem typischen Wasserhahn. Wenn sich das Wasser statt in den Abfluss einen Weg auf den Boden bahnt, gehen in einer Stunde satte 420 Liter oder drei Badewannen-Füllungen daneben. In der Fridtjof-Nansen-Realschule ergoss sich das Wasser stundenlang in das Gebäude und flutete drei Geschosse. Die genaue Menge ist nicht bekannt.

Wer plötzlich seine Wohnung überflutet vorfindet, sollte zunächst zu Sofortmaßnahmen greifen. Zuerst gilt es, die Wasserzufuhr an Absperrventilen oder gleich am Haupthahn zu stoppen. Wichtig ist es, den Strom in der Wohnung abzustellen, um die Gefahr von Stromschlägen zu bannen. Wenn das Wasser im Raum steht, ist der Einsatz von Pumpen eine geeignete Lösung. Der Rest verschwindet mit Nasssaugern, Eimern und Wischern von der Oberfläche. Sind auch Wände und Böden durchnässt, reicht in der Regel einfaches Lüften und Heizen nicht aus, um die Feuchtigkeit herauszubekommen und Schimmelbildung zu verhindern. Dann kann eine professionelle Trocknung angezeigt sein.

Durchschnittlich alle 30 Sekunden ein Leitungswasserschaden

Alle 30 Sekunden tritt irgendwo in Deutschland ein Leitungswasserschaden auf, insgesamt 1,1 Millionen jährlich, wie aus Zahlen des Gesamtverbands der deutschen Versicherungswirtschaft hervorgeht. Je älter die Gebäude, desto häufiger seien solche Schäden. Die Gebäudeversicherer verzeichneten allein im Jahr 2015 Kosten von 2,3 Milliarden Euro, die Hausratversicherer 230 Millionen Euro.

Mieter können sich mit einer Hausratversicherung gegen Schäden absichern, die sie selbst zu verantworten haben. Der Verband Wohneigentum nennt als Beispiele die übergelaufene Badewanne oder den geplatzten Schlauch der Waschmaschine. Die Hausratversicherung decke immer die Schäden am Mobiliar des Mieters ab, gleichgültig wie sie entstanden seien (durch Fahrlässigkeit des Mieters oder durch defekte Leitungen in Verantwortung und Besitz des Hauseigentümers).

Die Verbraucherzentrale NRW empfiehlt grundsätzlich, den eigenen Hausrat zu versichern, da eine Neuanschaffung zum Beispiel nach einem Brand, einem großen Wasserschaden oder bei verwüstetem Inventar nach einem Einbruch von vielen Privathaushalten nicht gestemmt werden kann.

Für Vermieter sind Wasserschäden in der Gebäudeversicherung abgedeckt. Dies betrifft laut Verband Wohneigentum Schäden an fest installierten Leitungen bzw. Schäden, die durch schadhafte Leitungen entstanden sind.

Im Fall des Wasserschadens an der Realschule kann die Stadt Kamen den Schaden ihrer Gebäudeversicherung anzeigen. Sollte die Polizei den Verursacher ermitteln, dürfte die Versicherung ihm den Schaden in Rechnung stellen.

Lesen Sie jetzt

Hellweger Anzeiger Bis einschließlich Montag

Kamener Realschule sagt Unterricht nach Wasserschaden ab

An der Realschule in Kamen fällt wegen eines mutwillig herbeigeführten Wasserschadens bis einschließlich Montag der Unterricht aus. Hunderte Schüler wurden früher nach Hause geschickt. Von Carsten Fischer

Lesen Sie jetzt

Hellweger Anzeiger Autorin im Interview

Petra Reski: „Die laufen nur durch die Stadt, um sich bei Instagram zu verewigen“

Meistgelesen