Loveparade-Strafprozess dauert mindestens noch bis April

Der Loveparade-Strafprozess wird nach derzeitiger Planung des Landgerichts Duisburg noch bis mindestens April 2020 andauern. Am Mittwoch, dem 162. Verhandlungstag, gab das Gericht bekannt, dass der Sachverständige Prof. Jürgen Gerlach an acht Sitzungstagen im März und April sein Gutachten erläutern soll. Es umfasst mehr als 3800 Seiten und enthält mehrere Simulationsvideos mit Analysen von Besucherströmen. Das Gericht kündigte an, dass es danach mit allen Beteiligten den Sachstand auf „Basis der bis dahin gewonnenen Erkenntnisse“ erörtern möchte.

27.11.2019, 16:00 Uhr / Lesedauer: 1 min
Loveparade-Strafprozess dauert mindestens noch bis April

Loveparade-Prozess. Foto: Federico Gambarini/dpa/Archivbild

Bei der Loveparade am 24. Juli 2010 in Duisburg gab es am einzigen Zu- und Abgang zum Veranstaltungsgelände ein so großes Gedränge, dass 21 Menschen erdrückt und mindestens 652 verletzt wurden. Im Dezember 2017 begann ein Prozess gegen zunächst zehn Beschuldigte. Das Verfahren gegen sieben von ihnen wurde im Februar 2019 wegen vermutlich geringer Schuld ohne Auflagen eingestellt. Die drei verbliebenen Beschuldigten, Mitarbeiter des Veranstalters Lopavent, sind unter anderem wegen fahrlässiger Tötung angeklagt.

Das Gericht äußerte sich am Mittwoch auch zur Frage einer möglichen Verjährung. Beim Vorwurf der fahrlässigen Tötung sei von einer absoluten Verjährung Ende Juli 2020 auszugehen, hieß es in einer Mitteilung. „Hinsichtlich des Vorwurfs der fahrlässigen Körperverletzung könnten jedoch andere Verjährungszeitpunkte in Betracht kommen.“ Wenn es nämlich um psychische Spätfolgen gehe, könne sich der Verjährungsbeginn auf den Zeitpunkt verschieben, ab dem solche Folgen eingetreten seien. Dies müsse gegebenenfalls mit Hilfe weiterer Sachverständiger geklärt werden. In Betracht käme dies bei neun oder zehn Betroffenen.

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