Lisa Keil bittet zum literarischen Ritt zwischen extremen Gefühlen

Rezension

Mit ihrem Liebesroman „Bleib doch, wo ich bin“ ist Lisa Keil ein erstaunliches literarisches Debüt gelungen. Die Tierärztin nimmt ihre Leser mit in eine Welt voller Gefühle.

Strickherdicke

, 20.05.2019, 12:55 Uhr / Lesedauer: 2 min
Lisa Keil bittet zum literarischen Ritt zwischen extremen Gefühlen

Lisa Keils erster Roman "Bleib doch, wo ich bin" ist im S. Fischer-Verlag erschienen. Das Taschenbuch kostet 9,99 Euro (ISBN 978-3-596-70397-5). Es ist auch als E-Book erhältlich. © Stefanie Lategahn

Die Regale in den Buchhandlungen sind voller Liebesromane. Umso erstaunlicher ist es, wenn eine Autorin gleich mit ihrem ersten Roman für Furore sorgt. Lisa Keil ist das mit „Bleib doch, wo ich bin“ gelungen.

Die Frau, die im wahren Leben als Tierärztin arbeitet, hat sich an ein Buch gewagt, das auf den ersten Blick vor allem Frauen ansprechen soll. Es geht um die Buchhändlerin Kaya, die absolute Pferdenärrin ist. Neben ihrem Shetlandpony „Achterbahn“ ist auch der Tierarzt Rob ein wichtiger Teil ihres Lebens.

Auch ein Buch für Männer

Es kommt, wie es kommen muss: Die Buchhändlerin verliebt sich in Lasse, der als Lehrer neu ins ländliche Neuberg gekommen ist. Und da wird dann auch schnell klar, dass der Liebesroman auch ein Buch für Männer ist. Lisa Keil wagt Ungewöhnliches: Sie erzählt die Geschichte in der Ich-Perspektive - und zwar sowohl aus der Sicht Kayas wie auch aus der von Lasse.

Das kann nicht gelingen, mag man denken. Doch Lisa Keil versetzt sich eindrucksvoll in die Gefühlswelten ihrer beiden Protagonisten – das gilt im Besonderen für den Mann im Buch. Und selbst den Tierarzt lässt sie noch selbst erzählen.

Kein kitschiges Allerlei

„Bleib doch, wo ich bin“ ist kein klassischer Liebesroman, der von kitschigem Allerlei lebt. Kaya und Lasse erleben Gefühle zwischen allen Extremen, die die Liebe bietet. Von totaler Hingabe mit prickelnder Erotik bis hin zu totalem Misstrauen, dem Bruch mit dem anderen und den Gefühlen, verletzt zu sein.

Lisa Keil hat viel aus ihrem eigenen Leben in das Buch einfließen lassen. Trotzdem ist es kein autobiografisches Werk. Wer das Buch zur Hand nimmt, will es nicht mehr zur Seite legen. Das liegt an den außergewöhnlichen Fähigkeiten von Lisa Keil, ihre Geschichte zu erzählen. Und die lebt nicht etwa von schmückendem Drumherum und blumigen Worten, sondern von extremen Gefühlen, die die meisten Leser nachvollziehen können. Eifersucht ist da nur ein Beispiel.

Moderner Erzähstil

Lisa Keil hat einen modernen Erzählstil entwickelt, der die Leserin und den Leser gleichermaßen fesseln kann. Das Buch zeigt an jeder Stelle die Lust, mit der dieser Roman geschrieben ist. Da ist es kein Wunder, dass eine Fortsetzung längst in Mache ist. „Hin und nicht weg“ wird der Roman heißen, von dem es im aktuellen Buch bereits eine Leseprobe gibt. Keine Frage: Nach „Bleib doch, wo ich bin“ möchte man mehr lesen von Lisa Keil.

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