Frostwächter und Notheizung im Untergrund

dzHintergrund

Fröndenberg

, 16.11.2018, 12:32 Uhr / Lesedauer: 1 min

„Lightning Blue“ war ursprünglich nicht nur ein Lichtkunstwerk, sonder auch ein Tonkunstwerk. Künstler Tilman Küntzel hatte im Wasserwerk das Rauschen der Turbinen aufgenommen, auch die alltäglichen Arbeitsgeräusche des laufenden Betriebs wie Telefonklingeln, Gesprächsfetzen der Maschinisten – das Tondokument erklang am Lichtkunstbrunnen und sorgte bei Passanten regelmäßig für überraschende und spannende Momente. Nachdem 2014 die zersprungene Oberfläche der Brunnenglasscheibe ausgetauscht worden war, verstummte – bis heute – plötzlich auch die Tonaufnahme, die eigentlich Teil des Kunstwerkes ist. Zu sehen an der Glasoberfläche sind aber weiterhin die Wellenbewegungen des Auslaufs der Turbinen, die Küntzel als Video aufgezeichnet hat.

Technik unter dem Kunstwerk ließ Kosten in die Höhe schnellen

Kostenmäßig verkalkulierte sich der Künstler wegen des technischen Aufwandes, als er sich auf die Ausschreibung bewarb. „Das Lichtkunstzentrum in Unna hat die öffentlichen Fördermittel besorgt“, erinnert sich Norbert Muczka. Von geplanten 40.000 Euro stieg die nötige Investition aber auf 52.000 Euro an. Die Stadt hatte nur einen Eigenanteil von zehn Prozent der ursprünglichen Summe zu tragen. „Ich habe dann Klinken geputzt“, so Muczka. Schließlich kamen unter anderem durch private Geldgeber, Sparkasse und Stadtwerke die restlichen 12.000 Euro zusammen. Wegen des Anstiegs der Kosten war Unmut im politischen Raum aufgekommen. Norbert Muczka: „Vier Wochen vor der geplanten Einweihung schwelte der Streit noch – im Nachhinein betrachtet, war das schon abenteuerlich.“ Wie ein Abenteuer mutet auch der unterirdische Raum unterhalb des Lichtkunstbrunnens an: 1,80 Meter tief, 3,60 Meter lang und 2,30 Meter breit ist dieser begehbare Raum. Das Betonbauwerk wiegt 15 Tonnen und nimmt neben dem Diaprojektor für den Film aus dem Wasserwerk auch einen Luftentfeuchter, einen Frostwächter und eine Notheizung auf.

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