Ligapräsident kritisiert Tönnies: „Nicht durchgehen lassen“

Ligapräsident Reinhard Rauball hat Schalkes Aufsichtsratschef Clemens Tönnies nach dessen umstrittenen Aussagen über Afrikaner kritisiert. „Ich war sehr überrascht, dass ihm das so passiert ist, und das kann man nicht durchgehen lassen, kommentarlos“, sagte Rauball nach dem Fußball-Supercup am Samstagabend in Dortmund der Deutschen Presse-Agentur.

05.08.2019, 14:42 Uhr / Lesedauer: 1 min
Ligapräsident kritisiert Tönnies: „Nicht durchgehen lassen“

Reinhard Rauball (r.) übergibt Dortmunds Marco Reus den Supercup. Foto: Guido Kirchner

Tönnies hatte nach einem Bericht der Zeitung „Neue Westfälische“ beim Tag des Handwerks in Paderborn als Festredner Steuererhöhungen im Kampf gegen den Klimawandel kritisiert. Stattdessen solle man lieber jährlich 20 Kraftwerke in Afrika finanzieren. „Dann würden die Afrikaner aufhören, Bäume zu fällen, und sie hören auf, wenn’s dunkel ist, Kinder zu produzieren“, sagte Tönnies. Für diese Aussagen hatte er sich später entschuldigt.

„Was mich noch mehr als dieser völlig deplatzierte Spruch betroffen gemacht hat, ist, dass dort für diese Sätze auch noch Beifall geklatscht worden ist. Das ist etwas, was man in keinster Weise akzeptieren kann und was auch mit den Werten des Fußballs, so wie er in den Vereinen und wie er beim DFB und bei der DFL gelebt wird, überhaupt nicht in Einklang ist“, sagte Rauball, der auch Präsident von Borussia Dortmund ist.

Ob sich die Ethikkommission des Deutschen Fußball-Bundes mit dem Vorfall beschäftigen wird, ließ DFB-Interimspräsident Rauball offen. Dies müsse das unabhängige Gremium selbst entscheiden. In der kommenden Woche will der Ehrenrat von Schalke 04 zu Beratungen zusammenkommen.

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