Dokumentationen zur „Grünen Lüge“ und den Grenzen des Kapitalismus

Kinofest: Extra Eine Welt

Die Themen sind ernst, die Filme, die sich damit befassen, eindrücklich: Beim Kinofest gibt es in der Reihe „Extra Eine Welt“ zwei Dokumentationen, die zum Nachdenken einladen.

Lünen

, 16.11.2018, 11:03 Uhr / Lesedauer: 2 min
Dokumentationen zur „Grünen Lüge“ und den Grenzen des Kapitalismus

Im Kinofest-Film „Die Grüne Lüge“ geht es um die Frage, ob angeblich „grüne“ Konsumgüter tatsächlich „grün“ produziert werden. © Kinofest Lünen/Presse

Fast 30 Filme haben die Verantwortlichen der Lüner Initiative gegen globale Armut (Liga) und die Kinofest-Leiter schon zusammen ausgesucht im Laufe ihrer jahrelangen Zusammenarbeit. „Und da waren wir thematisch ziemlich breit aufgestellt“, so Dr. Ulrich Weber, Vorsitzender der Liga. Es ging um Arbeitsbedingungen in der Dritten Welt wie beim allerersten Liga-Film beim Kinofest – „Eisenfresser“.

Auch die Themen Entwicklungshilfe oder Kultur in der Dritten Welt wurden von Filmemachern umgesetzt, deren Dokumentationen oder Spielfilme beim Lüner Festival gezeigt wurden.

Welt stößt an ihre Grenzen

In diesem Jahr gibt es zwei Filme im „Extra Eine Welt“, die sich mit den Grenzen beschäftigen, an die die Welt allmählich stößt und damit, wie man die lebensnotwendigen Ressourcen möglichst für alle Menschen erhalten will.

„Wir müssen aufhören, den Planeten zu ruinieren. Setzt endlich Grenzen“ lautet die Forderung der Liga. Und dazu passen die Dokumentationen „Die Grüne Lüge“ (22.11., 16 Uhr) und „System Error“ (25.11., 10 Uhr) genau.

Dokumentationen zur „Grünen Lüge“ und den Grenzen des Kapitalismus

Szene aus dem Film „Die Grüne Lüge“ von Werner Boote. © Kinofest Lünen/Presse

„Die Grüne Lüge“ von Werner Boote greift die Entscheidung vieler Unternehmen auf, Konsumenten den Wunsch nach mehr „grünen“ Produkten zu erfüllen. Zumindest vordergründig. Der Regisseur und die Umweltexpertin Kathrin Hartmann reisen zu österreichischen Supermärkten und nach Indonesien, um aufzudecken, wie sehr oder eben auch wie wenig „grün“ die mit großem Marketingaufwand angepriesenen Produkte tatsächlich sind. Weber: „Es geht um Textil- und Fleischproduktion, aber auch um Palmöl und da sieht man, dass die ganzen Angaben eher leere Versprechungen sind.“

Zerstörung der Umwelt

Die beiden Protagonisten stellen bei ihrer Reise fest, dass die Zerstörung der Umwelt und Menschenrechtsverletzungen auch bei angeblich „grünen Produkten“ weiter laufen. Weber: „Der Film ist einerseits gut recherchiert, schafft es aber auch, unterhaltsam zu sein.“ Und er hat eine politische Botschaft an die Konsumenten, kritischer zu sein.

Dokumentationen zur „Grünen Lüge“ und den Grenzen des Kapitalismus

Im Film „System Error“ kommen vor allem Befürworter von ständigem Wirtschafts-Wachstum zu Wort. © Kinofest Lünen/Presse

„System Error“ von Florian Opitz ist ein Film, an dem das Herz von Ulrich Weber besonders hängt, aufgrund seiner Informationen und vor allem der Methodik. Denn im Film kommen vor allem „Kapitalismus-Fans und Wachstumsbefürworter zu Wort und entlarven sich dadurch selbst.“ Hedgefonds-Manager, Banker, Finanzinvestoren und Politiker führen sich und ihre Ansichten in diesem Film selbst ad absurdum. „Nur gelegentlich sind auch kritische Stimmen zu hören“, so Weber.

Man könne diesen Film und die Aussagen als Real-Satire empfinden, meint der Liga-Vorsitzende: „Mit welch fast schon religiösem Eifer da vorgetragen wird, dass das unendliche Wachstum möglich sei, das ist schon ein dramaturgisch gelungener Griff.“

Dokumentationen zur „Grünen Lüge“ und den Grenzen des Kapitalismus

Liga-Vorsitzender Dr. Ulrich Weber (r.) und Kinofest-Leiter Mike Wiedemann haben zwei interessante Dokumentationen ausgesucht. © Günter Blaszczyk

Beide Filme, so Weber, machten deutlich, dass oft gar nicht an die Folgen gedacht werde, wenn man in der Ersten Welt weiter so wirtschafte wie bisher.

Die Resonanz ist, so Kinofestleiter Mike Wiedemann, schon gut. Aber für beide Filme gibt es auch noch Karten.

Noch Karten für fast alle Filme zu haben

So wie übrigens auch für alle anderen Kinofest-Filme – alle an den Kinokassen der Cineworld, Im Hagen 3. Insgesamt seien bislang 6500 Karten an den ersten Tagen verkauft worden, darunter etwa 3000 für die Kinofest plus-Filme für Schüler aus dem Kreis Unna.

Und auch für die Abschlussgala am 24. November im Heinz-Hilpert-Theater gibt es noch Karten. Diese Karten sind im Kulturbüro, Hansesaal, Kurt-Schumacher-Straße 41, Tel. (02306) 104 22 99, erhältlich. Ausverkauft ist lediglich die Eröffnungsgala des 29. Kinofestes am 21. November in der Cineworld.

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