Licht für nächtliche Unterhaltungen in der Gehörlosenschule

dzHintergrund

19.10.2018, 15:51 Uhr / Lesedauer: 1 min

Das aktuelle Projekt von Dr. Wolf-Gerhard Kramme kommt den beiden Gehörlosenschulen in Eritrea zugute. Denn an staatlicher Unterstützung fehlt es völlig. Vor fünf Jahren hatte den Mediziner der Bergkamener Pfarrer Reinhard Chudaska auf die Probleme aufmerksam gemacht. „Ich lernte, dass die Gehörlosigkeit eine ebenso schlimme Behinderung wie die Blindheit darstellt“, räumt der Unfallchirurg ein. Ohne die beiden Schulen, in der Hauptstadt Asmara und in der Provinzhauptstadt Keren, hätten die Kinder dort keine Chance, die Gebärdensprache und Lesen und Schreiben zu lernen. Natürlich war Kramme bereits wieder in Eritrea, zuletzt im März. Bei seinem Besuch nahm er eine weitere Idee mit nach Deutschland. „Die Kinder haben mich auf die Idee für eine Solaranlage gebracht“, erzählt Wolf-Gerhard Kramme. Es gebe in den Schlafsälen keine Lampen. Sie könnten sich nachts daher nicht unterhalten, bedauerten die gehörlosen Kinder. Das habe er zuerst gar nicht verstanden. Er lacht: „Na klar, Gebärdensprache sieht man natürlich nachts nicht.“ Zusammen mit der Deutschen Arbeitsgemeinschaft für evangelische Gehörlosenseelsorge möchte Kramme eine Partnerschaft mit deutschen Familien und den eritreischen Lindern aufbauen, um die äußerst angespannte Finanzsituation in den Schulen zu entschärfen und so die Ausbildung der Kinder zu gewährleisten. Andernfalls könnten die tauben Kinder höchstens ein leben als Stallburschen oder Hirten fristen, weiß Kramme.

Spendenkonto für das Gehörlosen-Projekt: Dr. Wolf-Gerhard Kramme, Stichwort „Eritrea“, Volksbank Hellweg, BIC GENODEM1SOE, IBAN: DE58 4146 0116 0500 0026 00

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