Bayer vor Liga-Start teilweise „einschläfernd“

Der 4:1-Sieg beim Regionalligisten Alemannia Aachen war eigentlich standesgemäß. Doch wirklich souverän war der Auftritt von Bayer Leverkusen im DFB-Pokal nicht. Bis zum Bundesliga-Start muss Bayer sich erheblich steigern.

10.08.2019, 17:43 Uhr / Lesedauer: 2 min

Einschläfernd, zäh, zu langsam: Schöngeredet hat bei Bayer Leverkusen den ersten Pflichtspiel-Sieg der Saison niemand. „Die Fehler, die wir gemacht haben, werden in der Bundesliga auf jeden Fall bestraft“, mahnte Nationalspieler Kai Havertz nach dem 4:1 (2:0) im DFB-Pokal bei Viertligist Alemannia Aachen.

Eine Woche vor dem Bundesliga-Start offenbarte Bayer noch große Schwächen. Trainer Peter Bosz analysierte spöttisch: „Wir kriegen die Punkte, aber Aachen die Komplimente.“ Auch Havertz wirkte bei der Rückkehr in seine Heimatstadt etwas kraftlos, steuerte aber immerhin das Tor zum Endstand bei (88.).

Vom Tempo-Fußball, mit dem Bayer in der vergangenen Rückrunde begeisterte, ist aktuell noch nicht viel zu sehen. „Ein bisschen zäh“, fand Sportchef Rudi Völler die Leistung. Stürmer Kevin Volland, der nach dem Eigentor von Alemannia-Kapitän Peter Hackenberg (19.) das 2:0 erzielte (39.), befand gar: „In der zweiten Halbzeit haben wir ein bisschen einschläfernd gespielt. Da müssen wir auf jeden Fall eine Schippe drauflegen.“ Und Sportdirektor Simon Rolfes erklärte: „Wir müssen besser spielen. Und auf jeden Fall schneller.“

Die Ursachen sind in Leverkusen bekannt. In Charles Aranguiz, Jonathan Tah und Leon Bailey stiegen drei wichtige Spieler nach Turnier-Teilnahmen spät in die Vorbereitung ein. Auch Nadiem Amiri, der ein durchwachsenes Pflichtspiel-Debüt gab, stieß nach seinem Wechsel erst vor weniger als zwei Wochen zum Team. „Und wir spielen anders als Hoffenheim“, sagte Bosz und ließ durchblicken, dass die Integration des U21-Europameisters wie auch die des ebenfalls aus Hoffenheim verpflichteten Kerem Demirbay Zeit brauchen wird. Umso erleichterter waren die Leverkusener über das Weiterkommen. „Das Erfolgserlebnis war nach der wackligen Vorbereitung wichtig“, sagte Havertz nach zuvor sieben Testspielen in Folge ohne Sieg.

Am meisten Hoffnung macht der augenscheinlich breitere Kader. Als Bayer nach dem Anschlusstreffer durch Stipe Batarilo (57.) taumelte, kam zuerst Bailey und schoss 39 Sekunden später das 3:1 (72.). Dann kam der aus von Paris St. Germain verpflichtete Moussa Diaby und bereitete nach sieben Minuten Havertz' Tor vor. „Wenn man neben sich Spieler sieht, die man bringen kann, ist das ein gutes Gefühl“, sagte Bosz: „Und es sind ja noch nicht mal alle da.“

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