Letzte Meter zur Schule oft am gefährlichsten

dzHintergrund

Fröndenberg

, 12.11.2018, 17:11 Uhr / Lesedauer: 1 min

Nicht alle Maßnahmen, die Eltern oder auch Schüler für mehr Verkehrssicherheit vorschlagen, sind auch umsetzbar. In Holzwickede und Bönen sind Schulwegpläne bereits erarbeitet worden. Michael Arnold von der Straßenverkehrsbehörde des Kreises Unna, die auf Bitten der Stadt Fröndenberg das Projekt begleitet, kennt Maßnahmen, die vielleicht klein sind, aber eine große Wirkung haben können. Das könne der Wegfall eines Parkplatzes sein, auf dem dauerhaft Fahrzeuge abgestellt sind und der dadurch die Sicht von Autofahrern, Busfahrer oder Schulkindern verstellt. „Manchmal reicht es auch, eine hohe Hecke zu schneiden“, so Arnold. Auch gegen überhöhte Geschwindkeit entlang der Schulwege gebe es ein probates Mittel: In der Vergangenheit hätten bei den Befragungen die Eltern der Grundschulkinder oft einen Messwagen vorgeschlagen. Der oft gehörte Hinweis auf fehlende Zebrastreifen sei dagegen skeptisch zu sehen: Dieser verführe Schulkinder häufig dazu, sich zu sicher zu wähnen und den Blickkontakt zu Autofahrern zu vernachlässigen nach dem Motto: „Der muss ja anhalten“. Bauliche Querungshilfen, die zunächst nur bis zu einer Mittelinsel führen, werden stattdessen viel häufiger favorisiert. So sie denn realisierbar sind: Die Restbreite der Straße müsse schon noch für die Durchfahrt eines Busses reichen. Der Sicherheitsappell gelte nicht zuletzt aber auch den Eltern: „Der Schulweg beginnt damit, das Haus zu verlassen“, so Michael Arnold. Und auch bei den Eltern-Taxis seien in erster Linie die Erziehunsgberechtigten selbst angesprochen: Es seien ja oft die letzten Meter zur Schule auch die gefährlichsten.

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