Leipzig als Gruppensieger ins Achtelfinale

Das Weiterkommen stand schon vorher fest, doch RB Leipzig wollte unbedingt als Gruppensieger ins Achtelfinale der Champions League. Bei Olympique Lyon halfen zwei Elfmeter nach Videobeweis.

10.12.2019, 23:05 Uhr / Lesedauer: 2 min

RB Leipzig hat bei Olympique Lyon eine klare Führung unnötig aus der Hand gegeben, ist aber dennoch als Gruppensieger ins Achtelfinale der Champions League eingezogen.

Vor 53 288 Zuschauern genügte RB ein 2:0 durch verwandelte Elfmeter von Emil Forsberg (9. Minute) und Timo Werner (33.) am Ende nicht, denn die Franzosen glichen durch Houssem Aouar (50.) und Memphis Depay (82.) noch zum 2:2 (0:2)-Endstand aus. Damit missglückte Leipzig die Revanche für die 0:2-Niederlage aus dem Hinspiel. Bei der Auslosung wartet ein Gruppenzweiter auf die Elf von Trainer Julian Nagelsmann.

„Wir haben unser Ziel mehr als erreicht. Natürlich hätten wir hier gerne gewonnen, doch wir sind zufrieden mit der Gruppenphase“, sagte Vorstandsboss Oliver Mintzlaff. Olympique sicherte sich durch das Unentschieden den zweiten Platz in der Gruppe G vor Benfica Lissabon und Zenit St. Petersburg und zog ebenfalls in das Achtelfinale ein.

Die Partie begann mit zwei konträren Ereignissen aus Sicht der Sachsen. Keine 120 Sekunden waren gespielt, da sah der französische Abwehrspieler Dayot Upamecano die Gelbe Karte - weshalb er im Achtelfinale fehlen wird. Vier Minuten später wurde Yussuf Poulsen im Strafraum von Lyon-Torwart Anthony Lopes zu Fall gebracht. Der englische Schiedsrichter Anthony Taylor entschied erst nach Konsultation des Videobeweises und längerer Unterbrechung auf Elfmeter, den Forsberg sicher und souverän verwandelte.

Poulsen stürmte nach überstandener Verletzung wieder neben Nationalspieler Timo Werner. Dagegen schonte RB-Trainer Julian Nagelsmann die drei Stammspieler Marcel Sabitzer, Marcel Halstenberg und Konrad Laimer. Für das Trio rückten Marcelo Saracchi, Amadou Haidara und Christopher Nkunku in die Startelf. Und der Franzose war dann beim zweiten Elfmeterpfiff wesentlich beteiligt.

Nach einem Foul an Nkunku wurde erneut das elektronische Hilfsmittel bemüht, um eine mögliche Abseitsstellung zu überprüfen - ehe Werner zum Strafstoß antreten durfte und mit seinem sechsten Tor im sechsten Auswärtsspiel in der Königsklasse auf 0:2 erhöhte.

Nkunku wurde aufgrund seiner Vergangenheit beim Lyon-Rivalen Paris Saint-Germain bei jedem Ballkontakt ausgepfiffen. In der 38. Minute warfen Fans bei der Ausführung eines Eckballs Plastikbecher in Richtung des 22 Jahre alten Mittelfeldspielers, was vom Schiedsrichter und den UEFA-Delegierten protokolliert wurde.

Später landeten auch ein Schlüssel, eine volle Getränkeflasche und Mandarinen auf oder neben dem Rasen. Vermutlich war beim Verhalten vereinzelter Fans auch Frust dabei, denn wenig später mussten sich die Olympique-Profis erstmals auch Pfiffe anhören für ihr recht uninspiriertes Auftreten. Erst in der Schlussphase der ersten Hälfte sorgten die Gastgeber für Torgefahr. Bei einem Kopfball von Aouar hatte Leipzigs Torwart Peter Gulacsi keine Mühe (40.), bei einem Schuss von Moussa Dembelé an die Latte großes Glück (45.+2).

Nach dem Wechsel intensivierten die Franzosen ihre Offensivbemühungen und kamen durch Aouars sehenswerten Schlenzer aus 15 Metern zum Anschlusstreffer. Kurz darauf durften Werner und Upamecano ihren Arbeitstag beenden (55.). Die erste Chance der Gastgeber zum Ausgleich vereitelte Gulacsi noch, als er einen Freistoß von Depay reaktionsschnell mit dem Fuß abwehrte (74.). Wenig später jedoch war der Leipziger Torwart gegen Depay chancenlos.

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