Leiche von 26-jähriger Mutter lag erst im Koffer – dann vergrub sie der Ehemann im Wald

Tote in Duisburg

Die Polizei hat am Donnerstagabend die vergrabene Leiche der vermissten 26-jährige Mine O. aus Duisburg gefunden. Die Polizei hat nun neue Details zu dem Fall bekannt gegeben.

Duisburg

06.12.2019, 08:34 Uhr / Lesedauer: 2 min
Leiche von 26-jähriger Mutter lag erst im Koffer – dann vergrub sie der Ehemann im Wald

Die Leiche der vermissten 26-Jährigen Mine O. fanden die Ermittler vergraben in einem kleinen Waldstück in Duisburg-Untermeiderich. © ANC-News

Die Polizei hat in einem Wald in Duisburg die Leiche einer jungen Frau gefunden. Laut Staatsanwaltschaft handelt es sich um die seit drei Monaten vermisste 26-jährige Mine O. Der Ehemann (28) der Frau wurde vorläufig festgenommen.

Ercan E. hat gestanden, seine Frau nach einem Streit getötet und ihre Leiche zunächst in einem Koffer versteckt und später vergraben zu haben. Laut Obduktion wurde das Opfer erwürgt. Der Mann soll wegen des Vorwurfs Totschlag am Nachmittag einem Haftrichter vorgeführt werden.

Die junge Frau - Mutter eines fünfjährigen Sohnes - war seit Anfang September verschwunden. Nachbarn hatten laut WAZ in den letzten Wochen mehrfach von einem lauten Streit zwischen dem Ehepaar am 7. September berichtet.

Nach Angaben der Ermittler hatten sie jetzt eine Garage untersucht, die der Ehemann kurz nach dem Verschwinden von Mine O. angemietet habe. Hier habe man unter anderem Kleidung und den Ausweis der Frau gefunden.

Leichenspürhund schlug in der Garage an

Einer der in NRW neu im Einsatz befindlichen Datenträger-Spürhunde habe dann das Handy der Vermissten gefunden. Ein Leichenspürhund habe in der Garage angeschlagen - weshalb die Ermittler bereits wussten, „dass in dieser Garage zumindest vorübergehend ein Leichnam gelagert wurde“, wie es am Freitag in einer Mitteilung hieß.

Tatsächlich gab der Ehemann im Verhör dann zu, dass er seine Frau bereits am 7. September - dem Tag ihres Verschwindens - nach dem Streit in der Wohnung getötet hatte und die Leiche zunächst in einen Koffer packte. Diesen habe er erst in sein Auto gelegt. Tage später habe er die Garage angemietet und die Leiche dort versteckt. Eine Woche darauf habe er den Körper seiner Frau mit dem Auto in den Stadtteil Untermeiderich gebracht, wo er die Leiche „in einem schwer zugänglichen Waldgelände“ vergrub, so die Staatsanwaltschaft.

Polizei hatte europaweit nach der jungen Frau gesucht

„An der beschriebenen Stelle bargen die Ermittler der Mordkommission mit Unterstützung der Feuerwehr am Donnerstagabend gegen 20 Uhr den Leichnam“, teilten die Behörden am Freitag mit. Die Leiche soll noch am Freitag obduziert werden. Wie Mine O. starb, teilte die Staatsanwaltschaft zunächst nicht mit.

Die Polizei hatte seit dem 21. Oktober mit einem Foto öffentlich und europaweit nach Mine O. gesucht. In der damaligen Mitteilung hieß es, dass ihr Mann sie zuletzt am Abend des 7. Septembers gesehen habe. Ihm gegenüber habe sie angegeben, bei einer Freundin übernachten zu wollen. „Ermittlungen ergaben, dass diese Freundin bereits seit längerer Zeit nicht mehr in Deutschland lebt“, so die Polizei im Oktober. Reporter der „Bild“ besuchten den Ehemann damals. Der Zeitung sagte er: „Ich hoffe, dass es ihr gut geht und sie sich bald meldet. Allein schon wegen unseres Sohnes!“

Ehemann geriet zunehmend unter Druck

Die Polizei hatte den scheinbar arglosen Ercan E. dennoch im Visier. „Bei den umfangreichen Recherchen geriet zunehmend der Ehemann in den Fokus der Ermittlungen“, so die Ermittler am Freitag. Die Staatsanwaltschaft habe daher bei Gericht Durchsuchungsbeschlüsse für Wohnung und Garage besorgt. Nach seiner Festnahme am Donnerstag begann laut „WAZ“ gegen 20 Uhr die Suche in dem kleinen Waldstück. Nach 45 Minuten sei die Leiche gefunden worden, die mit Erde und Blättern bedeckt gewesen sei.

Wegen des fünfjährigen Sohnes ist die Polizei nach Angaben eines Sprechers im Kontakt mit dem Jugendamt, um eine Lösung für seine Unterbringung zu finden.

dpa/kar

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