Lehrschwimmbecken: Klare Kante in Sachen Schließung zeigen

dzKommentar

Der Bezirksausschuss Stockum hat keinen Beschluss über die Zukunft des Lehrschwimmbeckens getroffen. „Das ist feige“, wertet Redaktionsleiter Jörg Heckenkamp in einem Kommentar.

Stockum

, 21.11.2018, 12:11 Uhr / Lesedauer: 2 min

Obwohl die Schließung des Lehrschwimmbeckens Stockum seit Jahren beschlossene Sache ist, hat der Bezirksausschuss dem konkreten Schließungstermin zu Beginn der Sommerferien 2019 nicht zugestimmt. Andererseits hat er Anträge zur Weiterführung des Beckens auch nicht angekommen. RN-Redaktionsleiter Jörg Heckenkamp kommentiert:

Eingeknickt – der Bezirksausschuss ist eingeknickt, aber er hat keine Kehrtwendung vollzogen. Er hat eine Wischiwaschi-Abstimmung hingelegt und letztlich dem Stadtrat die Entscheidung übertragen. Das ist in meinen Augen feige.

Zum Hintergrund: Seit Jahren ist bekannt, dass das Lehrschwimmbecken (LSB) Stockum mit Inbetriebnahme des neuen Solebades ein Auslaufmodell ist. Das hat die Politik mehrfach so beschlossen. Und auch die Stockumer wussten das.

Doch nun, da die Fertigstellung des neuen Solebades und damit das Ende des LSB greifbar sind, regt sich Widerstand. Der ist durchaus legitim und verständlich. Jeder, dem etwas genommen wird, hat das Recht, seinen Unmut kundzutun.

Das Lehrschwimmbecken fällt schließlich nicht ersatzlos weg

Doch das LSB fällt nicht ersatzlos weg. Schüler, Vereine, Schwimmer bekommen Zeiten im neuen Solebad. Nicht immer 1:1, aber doch komfortabel. Und, für mich das gewichtigste Argument: Die Einsparung der Kosten fürs Lehrschwimmbecken sind integraler Bestandteil des Finanzierungsplanes und des Haushaltsplanes.

Die Politik ringt seit Jahren um jeden Euro, den sie irgendwo in Werne einsparen kann. Doch nun sind jährliche Mehrkosten von mindestens 110.000 Euro kein Problem? Plus ein hoher Sanierungsbedarf in naher Zukunft?

„Wir dürfen uns den Wünschen der Bürger nicht verschließen“, sagt Vorsitzende Annegret Lohmann. „Wir wollen bekunden, das Lehrschwimmbecken aufrechtzuerhalten“, sagt Michael Döpker von der CDU-Fraktion.

Es ist besser, klare Kante beim Lehrschwimmbecken zu zeigen

Ich meine: Die Politik ist in diesem Falle gut beraten, klare Kante zu zeigen und den Schließungsbeschluss durchzuziehen. Die Argumente dafür haben sich nicht abgenutzt.

Ein politisches Votum auch gegen offensiv vorgetragenen Protest ist nicht antidemokratisch.
Ein Einknicken wider besseren Wissens dagegen ist populistisch und trägt letzten Endes zur Politikverdrossenheit bei über „die da oben, die kein Rückgrat haben“.

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