Lebenslang für Raubmord an Hagener Unternehmer

Urteil gefallen

Im Hagener Raubmord-Prozess hat das Schwurgericht den Angeklagten aus Lünen am Freitag zu lebenslanger Haft verurteilt. Die gleiche Strafe erhielt auch der bosnische Mittäter.

Lünen

, 12.10.2018, 18:11 Uhr / Lesedauer: 2 min
Lebenslang für Raubmord an Hagener Unternehmer

Beide Angeklagte - hier mit ihren Verteidigern - sind zu lebenslanger Haft verurteilt worden. © Jörn Hartwich

Das Opfer, ein schillernder Unternehmer aus Hagen, hatte Kontakte ins Rotlicht-Milieu, vor allem aber stets einen prall gefüllten Tresor in seiner Villa stehen. Die Richter sind davon überzeugt, dass die beiden Angeklagten diesen Tipp von einem Bekannten erhielten und anschließend alles daran setzten, die Wertsachen an sich zu bringen. Koste es, was es wolle.

Bei dem Überfall war in jedem Fall der Mann aus Lünen mit einem geladenen und scharfen Revolver bewaffnet. Die Richter schließen aber nicht aus, dass auch der Bosnier eine Schusswaffe bei sich trug. Und wer so etwas zu einem Überfall mitnimmt, so hieß es am Freitag in der Urteilsbegründung, der nimmt zumindest in Kauf, dass es eine Situation geben kann, in der die Waffe benutzt werden muss.

Schüsse in der Sauna

Diese Situation war für den Lüner gekommen, als er in der Sauna der Villa auf den unbekleideten Hausherrn traf. Zwei Schüsse trafen das Opfer. Einer verursachte als Streifschuss nur leichte Verletzungen, der zweite drang in den Oberkörper ein. Der Hagener Unternehmer wankte zwar noch ein paar Schritte in den Hausflur, brach dann aber dort zusammen und starb.

Die Version des Lüners, die Schüsse hätten sich in einem Gerangel aus Versehen gelöst, glauben die Richter nicht. In diesem Fall hätte man erwarten können, dass die Räuber zumindest kurz innehalten und überlegen, wie es nun weitergehen soll, hieß es. Tatsächlich aber setzten der Lüner und der Bosnier ihren Raubzug ohne Pause fort. Die Beute aus dem Tresor hatte einen Gesamtwert von über 700.000 Euro.

Verteidigerin kündigt Revision an

Der Lüner sitzt bereits wegen eines anderen Raubüberfalls in München im Gefängnis. Zehn Jahre Haft hatte er für diese Tat erhalten. Die Strafe geht nun natürlich in der lebenslangen Haftstrafe auf. Die Möglichkeiten, irgendwann vorzeitig auf Bewährung entlassen zu werden, sind dadurch natürlich nicht größer.

Verteidiger Ina Klimpke kündigte nach dem Urteil sofort Revision beim Bundesgerichtshof an.

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