Laumann rechtfertigt andauernde Schließung von Apotheken

Nach dem weiter ungeklärten Tod einer Frau und ihres Babys durch vergiftete Glukose bleiben drei Kölner Apotheken vorerst geschlossen. „Wir prüfen jeden Tag, ob es eine neue Lage gibt“, sagte NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) am Mittwoch am Rande des Gesundheitsausschusse des Landtags. So lange Vorsatz bei der Vergiftung der Glukose-Mischungen nicht ausgeschlossen werden könne, habe der Gesundheitsschutz „absoluten Vorrang“.

02.10.2019, 16:20 Uhr / Lesedauer: 1 min
Laumann rechtfertigt andauernde Schließung von Apotheken

Karl-Josef Laumann (CDU), Minister für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen. Foto: Federico Gambarini/dpa

Der betroffene Betreiber einer Kölner Apotheke hatte auf Wiedereröffnung geklagt und eine einstweilige Verfügung gegen die Stadt beantragt. Auch die SPD im Gesundheitsausschuss erklärte, dass der Gesundheitsschutz über allem stehen müsse. Die Apotheken müssten geschlossen bleiben, so lange der Fall nicht aufgeklärt sei.

Die 28-Jährige und ihr durch einen Notkaiserschnitt geborenes Baby starben am 19. September, nachdem die Frau die Glukose-Mischung eingenommen hatte. Das Präparat war Teil eines Routinetests auf Diabetes in der Schwangerschaft. Erst einige Tage später wurde die Öffentlichkeit informiert und der betroffenen Apotheke untersagt, Medikamente abzufüllen oder selbst zu mischen. Weitere drei Tage später, am 26. September, ordneten Land und Bezirksregierung die Schließung der Apotheke und zweier weiterer des gleichen Verbundes an.

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