Lasst den Familien-Flohmarkt doch einfach sterben!

dzKolumne Klare Kante

Das war nix - der Familien-Flohmarkt am vergangenen Samstag erlebte deutlich weniger Händler und deutlich weniger Besucher. Dafür mehr Auflagen und Richtlinien. Dann lasst es doch ganz sein!

Werne

, 10.09.2019, 14:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der Familien-Trödelmarkt hat sich überholt. Oder anders: Er ist nun endgültig in der neuen Sicherheits-Realität nach der Duisburger Loveparade-Katastrophe angekommen. Alles geregelt, alles gesichert - und alles nicht mehr so attraktiv wie früher.

Das war nicht nur mein eigener Eindruck. Egal, mit wem ich gesprochen habe während und nach dem Trödelmarkt: Als prägender Eindruck herrschte Enttäuschung vor. Mehrmals fiel der Satz: „Es ist nicht mehr so gemütlich.“

Trödel-Gemütlichkeit resultierte aus liebenswertem Chaos

Diese Gemütlichkeit, sie resultierte in der Vergangenheit aus einer gewissen Unbedarftheit und einem liebenswerten Chaos. Klar, der ein oder andere regte sich auf, wenn schon am Donnerstag die Top-Plätze auf dem Kirchhof mit Kreide als Revier der Familien X und Y reserviert waren. Aber die Vorfreude auf den Trödel war dadurch schon Tage vorher optisch angeheizt.

Auch das frühe Aufbauen, zum Teil schon am Freitagabend, versprühte einen fast schon anarchischen Charme. Familien und Trüppchen hatten sich zur Übernachtung auf Markt- oder Kirchplatz verabredet. Bei schönem Wetter herrschte dann nächtens eine Stimmung wie in einem Zeltlager. Klar: Anwohner, die ihre Nachtruhe brauchen, waren weniger begeistert.

Charme des Werner Trödelmarktes

Auch das Gedränge von Decken und Ständen in früheren Zeiten machte den liebenswerten Charme des Werner Trödelmarktes aus. Klar: Auch ich möchte nicht die Verantwortung tragen, wenn es zu einer Panik kommt und die Fluchtwege sind nicht frei. Dem Reiz des Trödels tun die Sicherheitsauflagen jedenfalls nicht gut.

Das Stadtmarketing achtete in diesem Jahr besonders stark auf die Einhaltung der Regeln. Keine Reservierungen, keine vorzeitigen Aufbauten der Stände, penibles Freihalten der Sicherheitswege, etc. Einige zu früh angereiste und deswegen weggeschickte Trödler sollen erst gar nicht wiedergekommen sein.

Schrumpfkur bei Anbietern und Besuchern

Es ist klar: In Verbindung mit dem nicht gerade idealen Wetter (wofür nun niemand etwas kann) sorgte dies alles für eine Schrumpfkur bei Anbietern und Besuchern. Möglicherweise ist es auch zuviel, dass an zwei aufeinanderfolgenden Wochenenden zwei große Freiluft-Termine in der Werner Innenstadt über die Bühne gehen: das Straßenfestival und eben der Familien-Trödelmarkt.

Während das Straßenfestival wächst und gedeiht, scheint dem Trödelmarkt die Luft auszugehen. Dann lasst ihn doch einfach sterben.

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