Landesregierung will Volkshochschulen stärken

Vom Hauptschulabschluss über den Integrationskurs bis zu Armenisch, Jonglieren oder Bauchtanz - all das bieten Volkshochschulen (VHS). Zum 100-jährigen Bestehen will die nordrhein-westfälische Landesregierung die Volkshochschulen in das digitale Zeitalter befördern. Dafür soll das Weiterbildungsgesetz novelliert werden und mehr Geld fließen, wie der Parlamentarische Staatssekretär im Kultur- und Wissenschaftsministerium, Klaus Kaiser, am Dienstag ankündigte.

27.08.2019, 14:03 Uhr / Lesedauer: 1 min
Landesregierung will Volkshochschulen stärken

Zum 100-jährigen Bestehen will die NRW-Landesregierung die Volkshochschulen in das digitale Zeitalter befördern. Foto: S. Sauer/Archivbild

Die Mittel des Ministeriums für den gesamten Weiterbildungsbereich sollen von derzeit jährlich 107 Millionen Euro bis 2022 um rund 25 Millionen erhöht werden. Die Volkshochschulen werden derzeit mit 55 Millionen Euro gefördert. Bereits 2017 habe die Landesregierung Kürzungen von fünf Millionen Euro zurückgenommen, sagte Kaiser. In NRW gibt es 130 Volkshochschulen und insgesamt etwa 460 Weiterbildungseinrichtungen. Träger der VHS sind die Kommunen.

Mit der Gesetzesnovelle sollen etwa Kurse zum Nachholen von Schulabschlüssen abgesichert werden. Außerdem wird über Innovationspauschalen verhandelt, mit denen die VHS zum Beispiel digitale Lernformate entwickeln können. Weiterbildungseinrichtungen sollen künftig mit einem Gütesiegel zertifiziert werden. Und: Die Gemeinden bleiben verpflichtet, VHS zu betreiben.

Die stellvertretende Vorsitzende des VHS-Landesverbandes, Barbara Lorenz-Allendorff, verwies auf die gesetzliche Stellung der Volkshochschulen: „Weiterbildung ist ein gleichberechtigter Partner im Bildungswesen neben Schulen und Universitäten.“ Als Geburtsstunde der Volkshochschulen gilt die Verabschiedung der Weimarer Reichsverfassung 1919. Darin wurde Volksbildung verfassungsrechtlich verankert. Auch auf dem Gebiet des heutigen NRW wurden schon 1919 viele Weiterbildungsstätten gegründet - etwa in Essen, Köln, Duisburg oder Gelsenkirchen.

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