Landesregierung stellt Aktionsplan für Schwimmunterricht vor

Immer mehr Schwimmbäder schließen, immer weniger Kinder lernen schwimmen. Auch die nordrhein-westfälische Landesregierung ist alarmiert. Sie will dafür sorgen, dass wieder mehr Kinder im Land Schwimmunterricht bekommen.

24.06.2019, 06:49 Uhr / Lesedauer: 1 min
Landesregierung stellt Aktionsplan für Schwimmunterricht vor

Ein Kind mit Schwimmring geht an einem Rettungsring vorbei. Foto: Ole Spata/Archivbild

Angesichts der wachsenden Zahl von Nichtschwimmern stellt die nordrhein-westfälische Landesregierung heute einen Aktionsplan für den Schwimmunterricht vor. Die Staatssekretäre für Sport und Schule, Andrea Milz und Mathias Richter, kommen dafür an einen nassen Ort: Sie stellen den Plan „Schwimmen lernen in NRW 2019 bis 2022“ im Düsseldorfer Schwimmbad Düsselstrand vor.

Kürzlich hatte die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) Alarm geschlagen und gewarnt, Deutschland drohe, zu einem Land der Nichtschwimmer zu werden. Ein Grund ist laut DLRG die sinkende Zahl von Bädern. 20 bis 25 Prozent aller Grundschulen könnten inzwischen keinen Schwimmunterricht mehr anbieten, weil ihnen kein Bad mehr zur Verfügung stehe. Rund 60 Prozent der Zehnjährigen sind nach einer von der DLRG 2017 in Auftrag gegebenen Umfrage keine sicheren Schwimmer.

Die Zahl der Schwimmbäder in Deutschland sank laut DLRG von 7800 im Jahr 2000 auf 6400 im vergangenen Jahr. 2019 schließen den Angaben zufolge voraussichtlich 70 weitere Bäder. Auch in NRW geht das Schwimmbadsterben weiter. Allein von Anfang 2016 bis Mitte 2018 wurden laut DLRG in NRW insgesamt 36 Schwimmbäder dichtgemacht. Weitere Bäder waren von einer Schließung bedroht. Grund sind meist Sparmaßnahmen von Kommunen.

Mehr als 500 Menschen kamen 2018 nach DLRG-Angaben in Deutschland bei Badeunfällen ums Leben. Die Zahl der ertrunkenen Kinder und Jugendlichen unter 20 Jahren stieg um 38 Prozent.

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