Landarzt-Quote: Experten warnen vor Unschärfen und Risiken

Die geplante Landarzt-Quote stößt in Nordrhein-Westfalen nicht auf ungeteilten Beifall. In Stellungnahmen an den Landtag äußerten sich vor allem die Ärztekammer Nordrhein und der Städtetag kritisch zur Wirksamkeit der Maßnahme. Die Ausschüsse für Gesundheit und für Wissenschaft hören an diesem Mittwoch Experten zum geplanten Landarztgesetz der schwarz-gelben Landesregierung an.

20.11.2018, 12:59 Uhr / Lesedauer: 1 min
Landarzt-Quote: Experten warnen vor Unschärfen und Risiken

Schilder mit der Aufschrift „Arzt“ und "Dorf“. Foto: Armin Weigel/Archiv

Demnach soll NRW zum Wintersemester 2019/20 als erstes Bundesland eine Landarztquote einführen - zunächst für knapp acht Prozent aller Humanmedizin-Studienplätze. Wer sich vertraglich verpflichtet, zehn Jahre als Hausarzt in einer unterversorgten Region zu arbeiten, soll sich auf einen der ersten 168 Landarzt-Studienplätze bewerben können - unabhängig vom bislang üblichen hohen Numerus clausus (NC). Auch in Bayern ist eine Landarztquote geplant, Niedersachsen will abwarten.

Die Ärztekammer Nordrhein rechnet nicht damit, dass die „kleinteilige Verteilung“ von Hausärzten das Versorgungsproblem lösen wird, solange die absolute Zahl der Mediziner angesichts des wachsenden Bedarfs der alternden Gesellschaft zu gering bleibe. Erhebliche Zweifel äußert die Kammer außerdem an den Selektionskriterien für Medizinstudenten nach dem Landarztgesetz.

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