Ärger über laute Musik und Gespräche: Nach der 80er/90er-Party im Kolpingsaal haben sich nun Anwohner an Symallas Wine Club über nächtlichen Lärm beschwert. Solche Beschwerden häufen sich.

Werne

, 18.10.2018, 18:30 Uhr / Lesedauer: 3 min

Raucher, die sich laut draußen unterhalten - und das mitten in der Nacht. Anwohner und Hotelgäste haben sich verstärkt über den Lärm bei der 80er/90er-Party im Kolpingsaal beschwert. Aber auch andernorts gibt es Diskussionen über nächtlichen Krach. Nun haben sich Anwohner vom Roggenmarkt über zu laute Musik und Gespräche an Symallas Wine Club beschwert.

Werner Kneip aus dem Ordnungsamt der Stadt Werne weist auf die Regeln des Landesimmissionsschutzgesetzes in NRW hin. Demnach gilt eine Nachtruhe ab 22 Uhr. Seit der Fußball-WM im Deutschland 2006 sind Geräusche, die aus einem Biergarten kommen, von 22 bis 24 Uhr gestattet. Allerdings gilt die Regelung nur für die Außengastronomie. Wenn eine Tür geöffnet ist und aus dem Innenbereich laute Musik nach draußen dröhnt, ist dies nicht erlaubt.

Appell an die Veranstalter

Und genau dies ist laut eines Anwohners, der nicht genannt werden möchte, das Problem bei Veranstaltungen in Symallas Wine Club. „Da stehen die Leute draußen zum Rauchen und weil die Tür zur Veranstaltung geöffnet ist, hört man die laute Musik - manchmal bis tief in die Nacht“, sagt er. Vor allem die lauten Bässe der Musik stören den Anwohner. Deshalb habe er sich selbst schon direkt bei dem DJ beschwert. Auch andere Anwohner stört der Lärm, der von dieser Veranstaltungsfläche ausgeht.

Bei Christian Symalla, der die Fläche vorübergehend noch bis Ende Februar gepachtet hat, seien keine Beschwerden eingegangen, sagt er. Außerdem gebe es nur sehr selten dort Veranstaltungen, sagt der Inhaber des Rewe-Marktes.

Lärm bei Veranstaltungen in Symallas Wine Club ärgert Anwohner am Roggenmarkt

Raucher gehen vor die Tür von Symallas Wine Club, wenn sie eine dampfen möchten. Das sorgt für Ärger bei den Anwohnern. © Wilco Ruhland (A)

Das sieht auch Karl-Heinz Klimecki so. Der Inhaber des gleichnamigen Party-Services ist für das Catering und die Vermietung von Symallas Wine Clubs zuständig.

Schon bevor er den Club betrieben hat, sei dieses Thema bekannt gewesen. Von aktuellen Beschwerden weiß auch er nichts. Er kann nur an die Veranstalter von Partys appellieren: „Wer dort feiern möchte, der muss einen Vertrag unterschreiben. Darin steht auch, dass nach 22 Uhr Zimmerlautstärke herrschen muss. Im Sommer kann das schwierig werden - vor allem, wenn die Raucher nach draußen gehen und die Tür aufsteht“, sagt Klimecki.

Hoffnung auf gegenseitige Rücksichtnahme

Verantwortlich seien jeweils die Veranstalter. „Mehr als darauf hinweisen, dass die Musik leise gemacht werden soll, können wir auch nicht machen. Wir lassen aber grundsätzlich auch keine 18. Geburtstage oder Studentenpartys dort feiern. Es soll dort gesetzter zugehen“, sagt er. Er hofft auf gegenseitige Rücksichtnahme.

Der Anwohner habe sich nicht nur beim Veranstalter, sondern auch beim Ordnungsamt über den nächtlichen Lärm aus Symallas Wine Club beschwert.

Da habe man ihm gesagt, er möge die Polizei verständigen, erzählt der Anwohner. Die Beamten müssen sich als neutrale Instanz die Problematik vor Ort anschauen, erklärt Werner Kneip aus dem Ordnungsamt. „Man muss die Lärmbelästigung beweisen können. Oft ist es auch so, dass wenn die Polizei eingetroffen ist, sie nichts mehr feststellen können“, erklärt Kneip. Gibt es keine Beweise, hat man auch keine Handhabe, so Kneip weiter. Da müssten die Anwohner schon konkret dokumentieren, wann es zu laut gewesen ist.

Beweise müssen her

„Wenn es heißt: ‚Es ist zu laut!‘ ist das zu wenig. Das bringt nichts, wenn es um einen Tatbestand geht. Wir können den Betreiber dann auch nur darauf hinweisen“, erklärt Kneip. Schwierig ist es auch, wenn es zwar Beschwerden gibt, die Anwohner aber nicht als Zeugen oder Kläger auftreten möchten. „Sie fürchten Repressalien“, sagt Kneip. In den meisten Fällen beschweren sich Anwohner anonym - etwa über die Plattform „Mängelmelder“ auf der Internetseite der Stadt Werne.

Auch im Ortskern von Werne beschweren sich Anwohner, die in der Nähe von Gaststätten oder Kneipen wohnen. „Wenn ich direkt daneben wohne, dann muss ich damit rechnen, dass es Gäste gibt, die vielleicht nicht ganz geräuschlos um 4 Uhr nachts nach Hause gehen“, sagt Kneip. Aber auch von den Betreibern wünscht er sich mehr Rücksichtnahme. Um 3 Uhr nachts müsse dort auch keine laute Musik mehr laufen.

Seitdem es das neue Nichtraucherschutzgesetz gibt, hagelt es mehr Beschwerden in Werne. Seit Juli 2008 ist das Qualmen in Kneipen und Restaurants verboten. Auch das Wetter spielt eine Rolle. Wenn es warm ist, würden Türen und Fenster von Gaststätten und Kneipen geöffnet, sodass dort auch verstärkt Beschwerden über Lärm gemeldet werden, erklärt Kneip.

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