LKA in NRW: Ausweisung von Miri-Clanchef wirkungsvoll

Die verstärkte Bekämpfung der Clankriminalität mit der Ausweisung eines Clanchefs aus Bremen zeigt aus Ermittler-Sicht Wirkung. Thomas Jungbluth vom Landeskriminalamt NRW sagte am Donnerstag auf Anfrage: „Das hat natürlich eine Wirkung in die Szene, ganz einfach schon deshalb, weil sie zeigt, dass Clans und auch Clanchefs nicht unangreifbar sind.“ Vor einem Monat war ein führender Kopf des libanesischen Miri-Clans von Spezialkräften festgenommen und via Berlin in den Libanon geflogen worden.

08.08.2019, 16:13 Uhr / Lesedauer: 1 min
LKA in NRW: Ausweisung von Miri-Clanchef wirkungsvoll

Thomas Jungbluth, Abteilungsleiter „Organisierte Kriminalität“ im Landeskriminalamt, spricht zu Journalisten. Foto: Federico Gambarini/Archivbild

Die „Welt“ hatte zuvor über die jüngsten Effekte der Maßnahmen berichtet. Bei Straßenkontrollen sei neuerdings „ein ausweichendes Verhalten“ wahrzunehmen, sagte Jungbluth der Zeitung. „Der ein oder andere Clan“ scheine beeindruckt zu sein.

NRW hat die Bekämpfung der Clankriminalität zu einem Schwerpunkt gemacht. Kontrollen und Razzien seien intensiviert, Behörden wie Zoll und Ausländerämter stark eingebunden worden, sagte der LKA-Experte der Deutschen Presse-Agentur. „Wir beobachten, dass Clans nicht nur über ganz Deutschland, sondern auch ins Ausland vernetzt sind.“ So gebe es Verbindungen zwischen Clans in NRW und Schweden. Zudem gebe es Versuche, Flüchtlinge anzuheuern. „Wir hatten in NRW in diesem Kontext erste Hinweise, die den Handel mit Betäubungsmitteln betreffen.“

Kriminelle Clan-Mitglieder verüben Tausende Gewalt-, Betrugs- und Drogendelikte jedes Jahr - vor allem im Ruhrgebiet, in Bremen, Berlin und Niedersachsen.

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