Kumpel-Demo mit 300 Menschen an der Zeche Zollverein

An der Zeche Zollverein haben Bergleute ihrem Unmut Luft gemacht über Kündigungen und andere finanzielle Einbußen. Nach Angaben der Organisatoren zogen etwa 300 Menschen am Samstag durch Essen - bis vor die Tore der Hauptverwaltung der RAG-Stiftung. Es ging vor allem um betriebsbedingte Kündigungen von rund 200 Bergleuten, die auf der Zeche Prosper-Haniel beschäftigt sind und Ende dieses Jahres gehen müssen. Aufgerufen zu dem Protestzug hatte die Bergarbeiterbewegung „Kumpel für AUF“.

14.09.2019, 15:29 Uhr / Lesedauer: 1 min
Kumpel-Demo mit 300 Menschen an der Zeche Zollverein

Die Sonne über dem Förderturm der Zeche Zollverein. Foto: Oliver Berg/Archivbild

Da sie vor einem Stichtag Ende 2022 jünger als 50 sind, sind sie nicht „anpassungsberechtigt“ - das heißt, dass das finanzielle Sicherungsnetz für ältere Kumpel, etwa Frühverrentung, für sie nicht gilt. Die 200 Bergleute finden das ungerecht, weil auch an ihnen die Arbeit unter Tage nicht spurlos vorübergegangen sei - sie befürchten, dass sie auf dem freien Arbeitsmarkt langfristig keine guten Karten haben. Sie wollen bei der RAG weiterbeschäftigt werden. Außerdem fordern sie, den Stichtag nach hinten zu verschieben.

Zudem emmpörten sich die Bergleute, dass ihnen „Deputate“ gestrichen wurden. Früher war das Gratis-Kohle zur Eigennutzung, inzwischen sind das zumeist Zusatzzahlungen - pro Jahr können des einige Hundert Euro sein.

Außerdem warnten Umweltschützer auf der Demo davor, die Zechen zu fluten - nach ihrer Einschätzung könnte das dem Grundwasser schaden.

Der Steinkohlebergbau wurde in NRW Ende 2018 eingestellt, für die sogenannte Ewigkeitsaufgaben wird aber weiter Personal gebraucht, etwa für Kontrollgänge und Wasser-Abpumparbeiten.

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