Aktion der VHS: Selmer mit wenig Einkommen können kostenlos Kulturveranstaltungen besuchen

dzKulturtafel

Die Kulturtafel ist ein neues Angebot in Selm. Menschen mit geringem Einkommen könnten so Konzerte und Theaterveranstaltungen besuchen. Eine Selmerin erzählt, warum das für sie wichtig ist.

Selm

, 12.10.2019, 04:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Brigitte Hildegard Wuttke möchte gern am kulturellen Leben in Selm teilnehmen. Sie mag Theater, Konzerte und ganz besonders Comedy. Privat malt sie auch gern. Aber die Selmerin sagt auch: „Veranstaltungen zu besuchen, ist für mich nur machbar, wenn mir meine Kinder eine Karte schenken oder sich daran beteiligen.“

Die 57-jährige Mutter zweier erwachsener Kinder hat früher als Hauswirtschafterin gearbeitet. Jetzt ist sie Rentnerin, war lange Hausfrau. Große Sprünge sind da nicht drin. Deshalb ist sie froh, dass es in Selm jetzt das Angebot der Kulturtafel gibt.

Übrig gebliebene Tickets werden vergeben

Die Idee: Der städtische Kultur- und Weiterbildungsbetrieb Fokus organisiert verschiedene Veranstaltungen. Auftritte von Comedians wie Thorsten Sträter, Konzerte, wie das der Queen Revival Band oder Lesungen mit Christoph Tiemann. Manche Veranstaltungen sind schnell ausverkauft, für andere bleiben dagegen Tickets übrig.

Unter dem Namen Kulturtafel werden diese nicht verkauften Tickets Menschen angeboten, die wenig Geld haben. Dafür gibt es bestimmte Richtlinien (siehe Infokasten). Einige Tage vor der Veranstaltung schellt dann das Telefon bei den Menschen, die sich bei der Kulturtafel registriert haben. Wenn sie die Karte haben möchten, wird sie an der Abendkasse hinterlegt. So bleiben im Idealfall die Plätze nicht leer und eine Person, die sich das Angebot sonst nicht hätte leisten können, hatte einen schönen Abend.

In anderen Städten gibt es ähnliche Angebote auch unter anderem Namen. In Hamburg zum Beispiel unter dem Namen Kulturloge oder in Düsseldorf unter dem Namen Kulturliste. Das Angebot gibt es seit September.

Einfach mal ins Theater gehen geht nicht

Bei Brigitte Hildegard Wuttke hat das Telefon bislang einmal geschellt. Für eine Lesung war noch ein Ticket zu vergeben. Allerdings war sie schon verabredet. „Das war mir fast ein bisschen unangenehm abzusagen“, sagt sie.

Nun wartet sie geduldig darauf, bis das nächste Mal das Telefon klingelt und freut sich, auch Künstler kennen zu lernen, die sie vielleicht zuvor noch nicht kannte. „Ich finde es gut, dass so etwas ins Leben gerufen wurde und hoffe, dass sich auch andere melden, die sich nicht mal eben einen Theaterbesuch leisten können“, sagt Brigitte Hildegard Wuttke.

Deshalb war sie froh, als eine Freundin sie auf das Angebot des Fokus aufmerksam machte. Gerade jetzt, meint sie, wo es nicht mehr warm ist und man viele Aktivitäten draußen und völlig kostenlos unternehmen kann. „Ich finde, gerade wenn man Single ist, so wie ich, dann ist Unterhaltung wichtig“, sagt die Selmerin.

Sie sagt auch: „Früher waren die Kinder an erster Stelle“, da hatte sie keine Zeit für Theater, Konzerte und Co., „und jetzt freue ich mich, wenn ein Anruf kommt.“

So funktioniert es mit dem Kulturticket: Das FoKuS benötigt einen Einkommensnachweis, der folgende Netto-Grenzen nicht übersteigt: 980 Euro für einen 1-Personen Haushalt, 1.300 Euro für einen 2-Personen-Haushalt und + 300 Euro für jedes im gemeinsamen Haushalt lebende Kind. Als Nachweis kann unter anderem vorgelegt werden: Bescheid zu Arbeitslosengeld I und Arbeitslosengeld II, Bescheid zur Grundsicherung, Rentenbescheid, Bescheid nach dem Asylbewerber-Leistungsgesetz, Kundenausweis der Selmer Tafel.

Kultur Gast ist man immer für ein Jahr. Eine Verlängerung ist jederzeit möglich. Weitere Informationen sind direkt bei der Projektmitarbeiterin Madeleine Bauch erhältlich. Sie nimmt auch das Anmeldeformular als Kultur Gast an. Sprechzeit im Bürgerhaus, Willy-Brandt-Platz 2, donnerstags von 16 bis 17 Uhr Tel.: (02592) 922-809 Mail: m.bauch@stadtselm.de
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