Künstliche Intelligenz: Forschung an ethischem „TÜV-Siegel“

Eine Art „TÜV-Siegel“ für Künstliche Intelligenz (KI) mit ethischer Verantwortung - daran arbeitet ein interdisziplinäres Forscherteam in Nordrhein-Westfalen. Ziel sei der europaweit erste Prüfkatalog zur Zertifizierung von KI-Anwendungen, berichtete NRW-Wirtschaftsminister Andreas Pinkwart (FDP) am Montag in Düsseldorf.

26.08.2019, 16:43 Uhr / Lesedauer: 1 min
Künstliche Intelligenz: Forschung an ethischem „TÜV-Siegel“

Der nordrhein-westfälische Wirtschaftsminister Andreas Pinkwart (FDP). Foto: Federico Gambarini/Archivbild

Technische Zuverlässigkeit müsse gepaart werden mit Standards zum verantwortungsvollen Umgang, um Algorithmen zu hinterfragen und mit KI erzeugte Datenbestände nicht „wild auszuwerten“. Beispiel: Ein Algorithmus, der bei der Kreditvergabe Hautfarbe und Bonität als Entscheidungsgrundlage in Beziehung bringt. „Solche Algorithmen wollen wir nicht“, sagte Pinkwart.

Das von den Universitäten Köln und Bonn gemeinsam mit anderen Partnern auf den Weg gebrachte Projekt ist Teil der vor einem halben Jahr gestarteten „Kompetenzplattform KI.NRW“. Die Initiative fördert Flaggschiff-Projekte und Experimente - unter anderem in der Medizintechnik und in der digitalen Landwirtschaft. Dank KI könnten etwa Röntgenbilder weltweit abgeglichen werden und im Agrarbereich Saatgut, Dünger oder Pestizide punktgenau eingesetzt werden, erläuterte der Minister.

NRW müsse seine erheblichen Kompetenzen in der Künstlichen Intelligenz besser vernetzen und weltweit sichtbarer machen. 2020 will die Landesregierung allein für den Technologietransfer zwischen Forschung und Industrie 30 Millionen Euro bereitstellen und bis zu 70 Millionen aus privaten Mitteln mobilisieren.

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