Kronzeuge berichtet im Abu Walaa-Prozess von Radikalisierung

Im Terrorprozess gegen den mutmaßlichen IS-Deutschlandchef Abu Walaa hat ein neuer Kronzeuge den Iraker und einige der vier Mitangeklagten beschuldigt. Dem mitangeklagten türkischen Inhaber eines Reisebüros in Duisburg habe er über beabsichtigte Anschläge und Ausreisen junger Muslime berichtet, sagte der 19-jährige Zeuge aus Gelsenkirchen. 1000 Leute wir ihr würden ganz Duisburg, ganz Deutschland erobern ohne Waffengewalt, habe dieser mit Tränen in den Augen gesagt.

04.12.2018, 13:48 Uhr / Lesedauer: 1 min
Kronzeuge berichtet im Abu Walaa-Prozess von Radikalisierung

Im Prozess gegen den mutmaßlichen IS-Deutschlandchef Abu Walaa soll heute ein neuer Belastungszeuge gehört werden. Foto: Holger Hollemann/Archiv

Bei dem Zeugen handelt es sich um einen der verurteilten jugendlichen Attentäter auf den Essener Sikh-Tempel im Jahr 2016 mit drei Verletzten. Der inzwischen inhaftierte Yusuf T. will nach eigenen Angaben von Abu Walaas Netzwerk radikalisiert worden sein.

Vor Gericht sagte er, Abu Walaa habe von der Ideologie des Islamischen Staates gezeichnete Predigten gehalten. In einem von einem serbischen Mitangeklagten in einer Wohnung in Dortmund betriebenen Gebetszentrum sei auch über Waffen gesprochen worden. „Marokkanische Brüder“ in Brüssel und Paris hätten Kalaschnikows für 1600 Euro verfügbar, habe es geheißen.

Abu Walaa steht zusammen mit vier anderen Angeklagten wegen Mitgliedschaft in der Terrormiliz Islamischer Staat vor Gericht. Sie sollen junge Menschen im Ruhrgebiet und im Raum Hildesheim radikalisiert und in die Kampfgebiete des Islamischen Staats geschickt haben. Der Prozess gegen die Männer läuft bereits seit mehr als einem Jahr. Unerwartet meldete sich im Frühjahr der bereits verurteilte Tempelbomber mit dem Wunsch einer Zeugenaussage.

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