Krötenwanderung in Cappenberg startet in diesem Jahr schon früher

dzAmphibienzäune

Eigentlich sollte es erst Ende Februar losgehen. Doch die warmen Temperaturen und der viele Regen sorgen dafür, dass die Kröten schon jetzt zu ihrem Geburtsteich watscheln.

Cappenberg

, 09.02.2020, 07:38 Uhr / Lesedauer: 2 min

„Wir müssen aktiv werden, das geht gar nicht anders“, sagt Oliver Bellaire von der Walschule in Cappenberg. Denn bereits jetzt - fast vier Wochen zu früh - müssen sie sich wieder Sorgen um die Kröten machen. Durch die warmen Temperaturen und den Regen in der vergangenen Wochen erwachen die Tiere schon jetzt aus ihrer Winterstarre.

Und wie in jedem Jahr suchen sie den Weg zu ihrem Geburtsteich, um sich fortzupflanzen. Das kann für sie aber lebensgefährlich werden: Besonders in Cappenberg müssen sie auf ihrer Wanderung Straßen überqueren. Das Dreischfeld und die Straßen am Schlossberg seien in Cappenberg die Krötenhotspots.

1700 Tiere in Cappenberg gerettet

Um die Tiere von dem Straßentod abzuhalten, werden sogenannte Amphibienzäune am Straßenrand aufgestellt. „Letztes Jahr konnten wir zusammen mit über 60 freiwilligen Helfern 1700 Amphibien retten“, erzählt Bellaire. Doch in diesem Jahr kann die Walschule noch nicht mit so viel Unterstützung rechnen.

„Wir hatten durch das warme Wetter sehr wenig Vorbereitungszeit für die Planung.“ Viele Schulen hätten sich Ende Februar in ihrem Terminkalender vermerkt. Bis jetzt seie erst ein Verein und die Mitarbeiter der Waldschule dabei, gerade einmal acht bis zehn Leute. Am Samstag, 15. Februar, ab 10 Uhr stellen sie die Zäune in Cappenberg auf.

Mehr Hoffnung auf Unterstützung hat der Nabu Kreisverband Unna. Denn am Oberrhein wandern die Tiere schon. Durch die mediale Aufmerksamkeit haben sich schon viele Freiwillige gefunden, sagt Amphibienexperte Rolf Böttger. „Klar ist, dass sich die Aktion aber in die Länge ziehen wird.“ Er vermutet, dass die Zäune bestimmt noch sechs bis acht Wochen kontrolliert werden müssen.

Vielleicht schon am Wochenende unterwegs

Doch wann genau die Tiere wirklich anfangen zu wandern, das kann Amphibienexperte Böttger noch nicht genau sagen. „Je nach Wetter sind bestimmt schon am Wochenende die ersten unterwegs“, erklärt er. Doch wegen der Orkanwarnung für Sonntag und Montag könne es auch für die Helfer gefährlich werden, warnt der Experte.

Für die Autofahrer hat er einen Tipp: „Wenn man Zäune am Straßenrand sieht, dann auf jeden Fall langsam und vorsichtig fahren.“ Außerdem könne man den Nabu darauf hinweisen, falls auf einer Straße viele tote Amphibien liegen.

Die größte Bedrohung für die Tiere seien aber nicht die Autofahrer. „Man wird aufmerksam, wenn so viele tote Tiere auf der Straße liegen. Aber noch schlimmer für die Tiere ist der Lebensraumverlust“, erklärt Böttger. Denn Industriegebiete und Wohnbaugebiete auf feuchten Wiesen sind für die Tiere ebenfalls eine Gefahr.

Am 15. Februar von 10-16 Uhr treffen sich die freiwilligen Helfer zu der diesjährigen Amphibienschutzaktion in Cappenberg. Weitere Infos gibt es bei der Waldschule Cappenberg.
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